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Ghost Recon: Future Soldier ist schon lange angekündigt. Anfang 2010 tauchten erste Meldungen zum neuen Taktik-Shooter aus dem Hause Ubisoft auf. Nach zahlreichen Verschiebungen dürfen wir seit wenigen Wochen nun auch endlich selbst Hand anlegen. Seit dem 24. Mai ist der Titel in Deutschland erhältlich. Haben sich die zahlreichen Verschiebungen gelohnt? Wir sind mit den Elite-Soldaten in die Schlacht gezogen.
Game Over zu Spielbeginn?
Euer erster Auftrag ist es einen überfallenen Militär-Konvoi zurückzuerobern. Dabei bringt euch das Spiel alle Steuerungskniffe bei. Die Steuerung von Ghost Recon: Future Soldier hält allerdings keine großen Hürden bereit. Gerade Shooter-Erfahrene werden sich schnell zurechtfinden. Durch eure hochentwickelten Gadgets haben die bösen Buben auch keine Chance und schnell habt ihr das Gebiet um die Lastkraftwägen gesäubert. Doch bei der Kontrolle macht einer der Soldaten eine erschreckende Entdeckung. Einer der LKWs ist mit einer Bombe versehen, die bereits scharf ist. Schnell versucht ihr aus dem Gebiet zu rennen, doch im letzten Moment erwischt euch der Feuersturm der Bombe und ihr erfahrt euren virtuellen Tod. Allerdings habt ihr keineswegs etwas falsch gemacht, auch eine „Game Over“-Einblendung bleibt aus. Dies ist nämlich der Beginn des neuen Ghost Recon-Teils. Der Tod eures Trupps ist nämlich der Grund, dass ein weiteres Team entsandt wird um der ganzen Sache auf den Grund zu gehen und sich an den Tätern zu rächen. Natürlich schlüpft ihr auch wieder in die Rolle dieses Teams. Willkommen in Ghost Recon: Future Soldier.

Erwartungsgemäß ist die Story dabei keineswegs preisverdächtig. Ihr macht euch in gewohnter Tom Clancy-“Qualität“ auf die Jagd nach russischen Waffenhändlern und dabei erwarten euch Missionen rund um den Erdball. Zu Beginn seid ihr noch in brennend heißen Wüsten unterwegs, im Verlauf der Handlung kommt ihr aber auch in klirrend kalte Schneegebiete. Dabei sind auch eure Aufträge stets abwechslungsreich. Mal müsst ihr eine Geisel beschützen, ein andermal ein Flugzeug zum Absturz bringen. In letzterer Mission müsst ihr daraufhin zudem die Blackbox des Flugszeugs bergen und euch auf den Weg durch einen Wüstenabschnitt machen. Dort erwartet euch aber plötzlich ein Sandsturm und ihr seht die Hand vor euren Augen nicht mehr. Gut, dass die Ghosts aber stets aktuelle Kampftechnik bei sich haben. So benutzt ihr im Sandsturm eine spezielle Magnetsicht, um eure Kameraden zu sehen oder Gegner schnell orten zu können. Hierfür könnt ihr aber auch eure Sensor-Granaten verwenden. Werft ihr diese in ein Gebiet, in dem ihr Feinde vermutet, werden euch Gegner sofort angezeigt. Im weiteren Verlauf lernt ihr noch den bekannten Tarnanzug kennen, fliegt ferngesteuerte Drohnen und benutzt viele weitere interessante Gadgets. Neben den Gadgets benutzt ihr natürlich aber auch eure Waffen um Gegner kalt zu machen. Diese könnt ihr vor jeder Mission in einem Menü bis ins kleinste Detail anpassen. Neue Modifizierungen erkauft ihr euch durch erspielte Punkte.
Action + Taktik = Future Soldier
Die älteren Ghost Recon-Spiele waren immer sehr Taktik-lastig und man konnte seine Gegner auf viele Arten überraschen. Auch im neuesten Teil ist dieser Ansatz erkennbar. So könnt ihr Feinde für eure Squad-Mitglieder markieren und diesen per Knopfdruck befehligen sie auszuschalten. Viele Missionen könnt ihr zudem auch nach eurem Geschmack spielen. Wollt ihr durch die Level schleichen und Gegner lautlos ausschalten? Oder rennt ihr durch wie Rambo? Das Spiel lässt euch hier zumeist die Entscheidung und somit haben die einzelnen Missionen auch einen Wiederspielwert.
Der Taktik-Aspekt wird natürlich noch verstärkt, wenn ihr Freunde findet, die mit euch Ghost Recon: Future Soldier spielen. Denn die ganze Kampagne kann auch im Koop-Modus gespielt werden. Hierbei kann man dann per Headset kommunizieren und muss nicht umständlich Tasten drücken, um die computergesteuerten Ghosts zu befehligen.

Neben der Kampagne bietet euch das Spiel noch einen Multiplayer-Modus. Hier tretet ihr in zwei Teams gegen Spieler in Partien an. Als Alleinkämpfer sich wild durch die Gegner ballern funktioniert hier aber nicht. Teamwork wird groß geschrieben und dafür gibt es sogar extra Punkte. Leider vermisst man beim Multiplayer aber die Anpassungsmöglichkeiten der eigenen Spielfigur. Das haben Konkurrenzprodukte schon mal besser gemacht. Dafür gibt es aber auch noch einen Guerilla-Modus, bei dem ihr mit Freunden euch Gegnerwellen stellt.
Die Technik an der Front
Schon in den ersten Spielminuten fallen einem die schönen Einblendungen des Spiels auf. So werden die Namen der jeweiligen Gebiete und weitere Informationen in den Himmel eingeblendet. Ähnlich, wie in Splinter Cell: Conviction bekommt ihr so dann Informationen, ohne ein Menü aufrufen zu müssen.
Grafik und Sound haben uns zum Großteil überzeugt. Dennoch sind uns auch einige ärgerliche Ruckler aufgefallen. Meistens erwarten euch aber detaillierte Level mit ansehnlichen Effekten. Auch die deutsche Sprachausgabe wirkt realistisch, teilweise aber doch ein wenig zu klischeebehaftet. Die KI eurer Mitspieler ist ebenfalls oft zufriedenstellend. Nur manchmal erwarten euch unvorhersehbare Aktionen oder sie blockieren euch den Weg. Zusammengefasst kann man also sagen, dass die Technik hinter Ghost Recon: Future Soldier keine neuen Maßstäbe setzt.
Ghost Recon: Future Soldier ist ein solider Taktik-Shooter, der allerdings weniger Taktik-Elemente bietet als noch in den Teilen zuvor. Auch heute macht der Titel aber besonders viel Sinn im Koop-Modus. Mit Freunden auf Verbrecherjagd gehen macht besonders viel Spaß. Aber auch als einzelner Spieler kann man mit dem Guerilla-Modus und dem Multiplayer-Modus neben der Kampagne genügend Spielzeit sammeln. Insgesamt setzt der Titel keine neuen Maßstäbe, serviert aber gewohnt gute Action-Kost.
| Gameplay: | 83% |
| Multiplayer: | 86% |
| Grafik: | 78% |
| Sound: | 80% |
| GESAMT: | 82% |
+ Koop-Modus macht besonders viel Spaß
+ Gute Technik
+ Frei modifizierbare Waffen
+ Kinect-Unterstützung (Xbox360)
- Kleinere Technik-Probleme

Getestet wurde die Xbox360-Version
