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“Ich will ‘nen Cowboy als Mann” sang Gitte Hænning im Jahre 1963. Schon früher waren also die berittenen Viehhirten aus dem Wilden Westen beliebt. Kein Wunder, dass auch heute noch das Geschäft mit Cowboys blüht. So gibt es neben Faschingskostümen, Filmen und Spielzeugen auch eine Menge Computerspiele im Wilden Westen. Neben “Red Dead Redemption” sollte auch “Call of Juarez” jeder Cowboy-Fan schon einmal gehört haben. Die Serie startete im Jahr 2006. 2009 erschien mit “Call of Juarez: Bound in Blood” schon ein Nachfolger. In beiden Teilen zogen die Spieler durch den Wilden Westen der Vergangenheit. Die Entwickler hatten wohl nun aber genug vom alten Wilden Westen und veröffentlichten im Juli 2011 mit “Call of Juarez: The Cartel” einen modernen Cowboy-Shooter. Doch passt das Setting von Cowboys im modernen Los Angeles? Und kann das Spiel auch technisch überzeugen, sodass es zu einem der besten aktuellen Wildwest-Shooter gehört? Kurz gesagt: Nein.
Die Drei Musketiere
In “Call of Juarez: The Cartel” schlüpft ihr in die Rolle von einem der drei Hauptcharaktere. Durch die Entscheidung, welchen Charakter ihr wählt, beeinflusst ihr auch die Story ein wenig. Außerdem hat jede Figur eigene Fähigkeiten. Zu Beginn des Spiels könntet ihr euch für Ben McCall entscheiden. Er ist ein Nachkomme der McCall-Brüder aus den ersten “Call of Juarez”-Teilen und ein eingefleischter LAPD-Cop. Oder ihr wählt Eddy Guerra. Er ist von der Drogenbehörde und ist ein typischer Latino. Wer lieber eine weibliche Spielfigur haben möchte, sollte zu Kim Evans greifen. Sie ist FBI-Agentin und hat auch schon einiges Schlimmes erlebt. So sind ihre Brüder in einem Gangkrieg ums Leben gekommen.

Wer die Beschreibungen der Charaktere liest, wird sofort merken, dass es in “Call of Juarez: The Cartel” um etwas Böses geht: Ihr müsst ein mexikanisches Drogenkartell zerstören. Das Kartell hat es nämlich auf Los Angeles abgesehen und gefährdet die Sicherheit der Stadt.
Koop erwünscht
In so gut wie jeder Mission seid ihr zu dritt unterwegs. Das heißt, wenn ihr allein spielt, übernimmt die CPU die Kontrolle der anderen beiden Charaktere. Allerdings macht der Koop-Modus in “Call of Juarez: The Cartel” viel mehr Spaß. Hier können zwei Freunde online die Kontrolle der anderen Agenten übernehmen und ihr heizt gemeinsam dem Drogenkartell ein. Das ist aber auch nicht besonders schwer, denn die KI der Gegner ist nicht gerade berauschend. Vielmehr laufen die Gegner manchmal planlos durch die Gegend, dass ihr sie beinahe suchen müsst. Hinterlistige Banditen sehen anders aus! Insgesamt sind alle Missionen auch ziemlich linear und mehr als langweilige Schießereien bekommt ihr nicht zu sehen. Bis auf die immer wechselnden Locations. Ihr bekommt einen richtig guten Eindruck von Los Angeles, da jede Mission an anderen abwechslungsreichen Orten spielt.

Im Spiel gibt es zusätzlich für jeden Charakter sogenannte Geheimaufträge. Diese sollen das Spiel auflockern, tun sie aber nicht. Vielmehr sind es langweilige Sammelaufgaben, die man am liebsten so schnell wie möglich erledigen möchte.
Technisch wie im alten Westen
Das Gameplay bietet also keine großen Kaufgründe. Aber vielleicht sieht es ja technisch besser aus und die gute Grafik kann das Spiel doch noch aufwerten? Nein. Auch auf der Technikseite sieht es düster aus. Teilweise wirkt das Spiel, als wäre es noch nicht richtig fertig. Hier mal ein eingefrorener CPU, dort wieder Grafikfehler. Spaß ist etwas anderes. Zusätzlich wirken die Texturen altbacken und Pop-Ups nerven über den gesamten Spielverlauf. Auch die Synchronisation kann nicht überzeugen. Komisch ist hier, dass der deutsche Untertitel und die deutsche Sprachausgabe oft gar nicht zusammenpassen.
“Call of Juarez: The Cartel” hätte ein richtig guter Titel werden können. Wären da nicht die vielen technischen Probleme und die fehlende Abwechslung im Gameplay. So ist es nur eine langweilige Ballerei im modernen Los Angeles, die mit dem Flair der letzten “Call of Juarez”-Spiele nur noch wenig gemeinsam hat.
| Gameplay: | 58% |
| Multiplayer: | 68% |
| Grafik: | 41% |
| Sound: | 43% |
| GESAMT: | 53% |
+ Interessante Locations
+ Im Koop macht der Titel Spaß
- Technisch veraltet
- Kaum Abwechslung
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Getestet wurde die Xbox360-Version
