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Game Over für Nintendo und Sony?

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Apple und Google erreichen das nächste Level

Ein Gastartikel von Artur Kosch

Spiele für mobile Geräte fristeten in der alten Apple-Welt bis zur Einführung von iPhone und iPad nur ein trübes Nischendasein. Das hat sich seitdem dramatisch geändert. Heute ist Gaming die größte Kategorie im Appstore für iPhone und iPad und hat mehr Spiele als für jede andere Videokonsole verfügbar sind.

Die Zahlen sprechen für sich

Genau hier liegt der Trend. Besonders im Bereich der mobilen Geräte musste Nintendo in den letzten zwei bis drei Jahren die Krone abgeben. So war Nintendo noch 2009 mit knapp 70% Marktführer bei Verkäufen von mobilen Games in den USA. Knapp drei Jahre später sieht das schon ganz anders aus. Apple mit iOS und Google mit Android haben bis Ende 2011 den Thron an sich gerissen und führen den Markt mit 58% an und verdrängen damit Nintendo auf den zweiten Platz.

Apple hat, auch wenn nicht ganz so geplant, die ersten großen Schritte im Video-Spiele-Markt gesetzt und wird sich so schnell nicht mehr verdrängen lassen. Keine Apple-Produktvorstellung kommt mehr ohne Spiele-Präsentation aus. Das Game Center von Apple, einer Social-Gaming-App, auf der Spieler online gegeneinander antreten können, greift direkt die Netzwerke von Microsoft und Sony, Xbox live und Playstation Network an. Genau das braucht auch eine Spielekonsole um Erfolg zu verbuchen. Spiele werden heutzutage fast nur noch Online gespielt, man möchte mit oder gegen seine Freunde oder andere User im Netzwerk spielen, um sein Können unter Beweis zu stellen.

Große exklusive Spiele-Titel müssen her

Doch das alleine reicht nicht, um die großen und erfahrenen Hersteller wie Nintendo, Sony und Microsoft aus der Branche zu drängen. Große exklusive Spiele-Titel sind das A und O für eine gute Vermarktung von Videokonsolen. Hier hat Nintendo mit Mario und Co. die besten Karten. „Dies war auch ein Teilgrund für den schwachen Erfolg der Playstation Vita“ , so Sony CEO Kazuo Hirai. Damit kann Apple noch nicht ganz auftrumpfen. Aber auch von Seiten der Spiele-Entwickler ist ein Trend zu sehen. Größen wie Electronic Arts, Ubisoft und Majesco entwickeln bereits seit langem erfolgreich Spiele für iOS.

Speziell Spiele-Entwickler für mobile Geräte wie „Gameloft“ führen den Markt an und zeigen das die Kaufkraft in diesem Bereich enorm groß ist. Genau hier kann Apple ihre Karten ausspielen. Apple macht es dem User sehr einfach Apps und besonders Spiele-Titel zu kaufen. „Was macht es schon wenn ein oder zwei Euro vom Konto abgebucht werden“, so die Kunden. Natürlich sind Größen die in der Konsolen-Welt schon lange nicht mehr weg zudenken sind wie z.B „Need for Speed“ oder „Fifa“ auch für iOS oder Android etwas teurer, doch ist man mit fünf bis sechs Euro weitaus günstiger dran als bei Sony, Nintendo und Microsoft.

Apple’s Hardware wie das iPhone und iPad haben genug Power

Mit dem iPad hat Apple einen großen Sprung in Sachen Gaming gemacht. Mit einem Quad-Core Prozessor, dem Retina-Display und einem leistungsstarken Grafik-Chip ist Apple’s Hardware stark genung, um mit Sony’s Playstation und Microsoft’s Xbox mitzuhalten. Aber hier bietet Apple noch eine andere Variante von Spielsteuerung an. So werden die Games mit Touchscreen und Gyrosensor gesteuert, die die Steuerung relativ simpel macht, aber nur wenig Platz für komplexere Spiele liefert.

Da erscheint der nächste Schritt, der ins Wohnzimmer, nur logisch. „CultofMac“ will aus ungenannten Quellen erfahren haben, dass das angeblich geplante Apple-TV-Gerät mit einer Spielekonsole kommen wird, die ähnlich wie Microsofts Xbox durch Bewegungen des Spielers im Raum gesteuert wird. Die werden von einer Kamera und einem Infrarotsensor aufgefangen. Patenten zu Folge, soll Apple auch bereits seit Jahren erste Entwicklungen an einem physischen Controller vorgenommen haben. Eine Mischung aus physischen Controller, Gyrosender und Infrarotsensor könnte Apple an die Spitze katapultieren.

Tim Cook zu Besuch bei Valve

Erste Schlagzeilen im Spiele-Branche schrieb Apple CEO Tim Cook als er im Hauptquartier von Valve gesehen wurde. Obwohl dies von beiden nicht bestätigt wurde, trieb dies die Gerüchte Küche erst richtig an. Valve betreibt mit „Steam“ das größte Distributionsnetzwerk für PC- und Mac-Spiele mit über 1800 Games und 40 Millionen Nutzern und zeichnet für Millionenseller wie „Half-Life“ oder „Counter-Strike“ verantwortlich.

Cook könnte versuchen, Valve jetzt als Partner für den Einstieg in das Videokonsolengeschäft zu gewinnen, so wie Steve Jobs einst die Musikindustrie oder TV-Sender überzeugt hat bei iTunes mitzumachen. Die Apple-Konsole würde in direkte Konkurrenz zu den Platzhirschen Microsoft Xbox360, Sony PS3 und Nintendos neuer Wii U treten.

Nur Zukunftsmusik oder bereits in Planung?

Apple lässt sich in der Hinsicht wie immer nur wenig aus der Nase ziehen. Das Konzept vom momentan wertvollsten Unternehmen der Welt ist aber in der jeder Branche das gleiche, Revolution! Egal was Apple geplant hat, eine herkömmliche Spiele-Konsole werden wir nicht erwarten können. Viel mehr wird Apple sein Augenschein darauf richten, dem User neue Wege zu zeigen und die Produkte überlegt mit bereits vorhandenen und neuen Produkten an den Man zu bringen.

Die Vorstellung alle Games über den AppStore zu kaufen, mit dem iPad, iPhone oder einem Kontroller gemütlich von der Couch aus auf dem Fernseher über AppleTV oder dem vermuteten iTV zu zocken und bei bedarf sein iPad oder iPhone einzupacken und das Spiel eins zu eins mobile weiter zu spielen, klingen hier aber gar nicht so abwegig. Eine Lösung dafür könnte das „Cloud-Gaming“ sein, mit dem gekaufte Spiele-Titel auf einer eigenen Cloud geladen werden und mit jedem beliebigen Gerät gespielt werden können.

Was aber mit Sicherheit gesagt werden kann ist, dass durch die hohe Konkurrenz von iOS und Android die „alten Herren“ wie Nintendo und Sony weiter an ihren Produkten arbeiten werden, um diese für uns noch etwas anspruchsvoller zu gestalten. Konkurrenz kurbelt bekanntlich den Markt an. Wir bleiben gespannt was sich in den nächsten Jahren in der Spiele-Branche tun wird und freuen uns auf weitere und neue Lösungen der Hersteller und Entwickler.

Autor: Artur Kosch
Mein Name ist Artur Kosch (TweezyHD), Informatikstudent und Portalbetreiber vom www.iPhone247.de. Entstanden ist diese Idee aus dem einzigen Grund, den ich an meinem iPhone zu bemängeln habe. Das geschlossene Mobile-Betriebssystem iOS und deren Zwänge in den sich ein iPhone-User befindet. Deswegen startete ich, einfach eine kleine Webpage mit einer iPhone Jailbreak Anleitung, um meinen ganzen Studies nicht immer wieder das Selbe erzählen zu müssen. Doch mit dieser Misson kam mein neues Hobby zum Vorschein: Webdesign, Webprogrammierung und das ganze Programm welches auf einen Internetseitenbetreiber zukommt.