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Test: Need for Speed Most Wanted

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Need for Speed hat wirklich schon eine lange Tradition. Fast jährlich erschien in den letzten Jahren ein neuer Teil der Rennspielserie. So auch in diesem Jahr. Nachdem der Teil „Need for Speed: The Run“ aus dem letzten Jahr nur mittelmäßige Wertungen der Presse einheimste, schickt Electronic Arts dieses Jahr wieder einen bekannten Namen ins Rennen. Need for Speed: Most Wanted heißt der neueste Teil der Serie. Der Name sollte bekannt sein, denn bereits im Jahr 2005 erschien das Rennspiel unter diesem Namen. Dieses Jahr durften die Entwickler von Criterion Games wieder die Hände anlegen. Die Entwickler aus dem Vereinigten Königreich wurden vor allem durch die Burnout-Serie bekannt. Ob sie das aktuelle Need for Speed: Most Wanted in den Graben gefahren haben oder ob das Spiel spaßige Rennen verspricht, klären wir in diesem Artikel.


Burnout Paradise 2?

Schon nach den ersten Spielminuten in Need for Speed: Most Wanted merkt man, dass hier die Burnout-Entwickler am Werk waren. Versucht ihr eure Gegner von der Straße zu drängen, endet dies nämlich oft in einem großen Crash, der euch in Zeitlupe präsentiert wird. Burnout-Fans kennen diese „Takedowns“ bereits. Das Spiel ist in der fiktiven Stadt Fairhaven angesiedelt. Dort gibt es für euch zu Beginn des Spiels keine große Story-Einführung. Ihr bekommt nur den Auftrag euch auf der Most Wanted-Liste hochzuarbeiten zum meistgesuchtesten Fahrer der ganzen Stadt. Dabei sind noch zehn Underground-Racer vor euch, die es zu bezwingen gilt.

Need for Speed: Most Wanted Screenshot

Bei der Fahrzeugauswahl setzt Need for Speed: Most Wanted auf ein ganz neues Prinzip. Alle Autos sind von Beginn des Spiels an freigeschaltet und ihr könnt auch jederzeit jedes Gefährt benutzen. Ihr müsst es nur finden. Die Autos stehen nämlich in ganz Fairhaven verstreut in dunklen Gassen oder auf weiten Parkplätzen. Habt ihr allerdings ein neues Fahrzeug gefunden, könnt ihr auch direkt einsteigen. Lizenzmäßig hat Electronic Arts wieder einiges an Bord. Die über 40 Autos sind Fahrzeuge von BMW, Ford, Jaguar, Bugatti, Audi, Mercedes und Subaru. Auch die begehrte Porsche-Lizenz ist mit an Bord, auf die Konkurrent „Forza Horizon“ derzeit verzichtet.

Jedes Auto eröffnet euch dann Zugang zu neuen Rennen. Dabei gibt es verschiedene Spielmodi. Bekannte Zeitrennen und Rennen um den ersten Platz aber auch ausgefallene Modi. So müsst ihr in einem Renntyp eine bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeit halten. Geschickt müsst ihr euch dann durch den Verkehr der virtuellen Stadt schlängeln. Da kommt es auch mal zu einem Crash, doch das Spiel setzt euch dann in wenigen Sekunden auf die Strecke zurück. Sollte euer Auto einmal beschädigt sein, könnt ihr auf eine der vielen Reperaturstationen zurückgreifen. Diese sind auch während einem Rennen verfügbar. Nur schnell durch die Station fahren und am anderen Ende kommt ohne Unterbrechung euer Auto mit neuer Lackierung und ohne lästige Beulen heraus.


Werde DER Most Wanted

Für jedes Rennen sammelt ihr wertvolle Punkte, die euch in der Most Wanted-Liste nach oben steigen lassen. Habt ihr eine bestimmte Punktzahl erreicht, kommt es zur Herausforderung eines Most Wanted-Fahrers. Doch gerade diese Rennen sind sehr enttäuschend, denn das Spiel zeigt hier fast schon vorbildlich, wie eine Gummiband-KI auszusehen hat. Ihr müsst konstant gut fahren, um das Rennen auch wirklich zu gewinnen. Habt ihr am Anfang des Rennens euch einen großen Vorsprung herausgearbeitet und müsstet das Rennen eigentlich gewinnen, ist der gegnerische Fahrer kurz vor dem Ziel wieder dicht an eurer Heckstange.

Natürlich darf in einem Need for Speed-Spiel die Polizei nicht fehlen. Die Ordnungshüter geben sich reichlich Mühe eure Rennen zu versauen und machen euch mit Nagelketten und riskanten Fahrmanövern das Leben schwer. Über den Polizeifunk könnt ihr hören, was die Fahrer der Blaulicht-Fahrzeuge untereinander auszutauschen haben. Leider gibt es hier aber nur wenig Abwechslung und der Polizeifunk nervt auf Dauer, da er sich dauernd wiederholt.

Das Autolog-System darf bei einem Rennspiel von Electronic Arts natürlich auch nicht fehlen. Mit ihm könnt ihr eure Rennzeiten mit Freunden vergleichen. Auch der Multiplayer kann überzeugen. Gegen menschliche Gegner zu fahren macht im Spiel nämlich um einiges mehr Spaß. Acht Rennfahrer dürfen sich online auf den Strecken tummeln und auch frei in Fairhaven herumfahren.


Grafik und Sound

Die Open World-Umgebung ist schön detailliert und bietet viel Abwechslung. Es gibt weite Autobahnen, dunkle Gassen und gut gefüllte Innenstadt-Straßen. Zudem vermittelt einem das Spiel ein gutes Geschwindigkeitsgefühl. Überzeugend sind auch die Videos, die ein Rennen kunstvoll mit tollen Grafikeffekten einleiten. Leider ist nicht aber alles Gold was glänzt, denn in Fairhaven treten auch durchaus nervige Pop-Ups und Kantenflimmern auf. Auch die gelegentlichen Ruckler während des Spielablaufs sind kein Beinbruch, sollten aber nicht vorkommen. Beim Sound gibt es hingegen nichts zu bemängeln. Der große Lizenz-Soundtrack ist gut ausgewählt und auch die Motorengeräusche klingen realistisch.

FAZIT

Need for Speed: Most Wanted ist ein Mix aus den Serien „Need for Speed“ und „Burnout“. Der Singleplayer kann durchaus einige Stunden unterhalten und wer sich an den Multiplayer herantraut, wird auch noch einige spannende Rennen in Fairhaven fahren. Wer allerdings Innovationen oder große Neuerungen erwartet, wird enttäuscht.

Gameplay: 78%
Multiplayer: 85%
Grafik: 79%
Sound: 84%
GESAMT: 82%

+ Guter Sound und Lizenzsoundtrack
+ Rasante Rennaction
+ Spaßiger Multiplayer

– Keine Innovationen
– Pop-Ups und kleine Ruckler

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Getestet wurde die Xbox360-Version