Gametests Testbereich

Test: Far Cry 3

far-cry-3-slide

In Far Cry 2 schickte Ubisoft den Spieler in einen Krieg auf glühend heißen Wüsten. Allerdings gefiel das nicht jedem, da die Wüste an sich nicht besonders abwechslungsreich war. Also geht es in Far Cry 3 wieder zurück auf eine Insel. Ob die Reise über Rook Island, der Inselregion in Far Cry 3, Spaß macht oder ob der Inselabstecher schnell zur langweiligen Kaffeefahrt wird, erfahrt ihr in unserem Test.


Das gibt eine schlechte Hotelbewertung!

Jason Brody und seine Freunde hatten sich ihren Urlaub wohl ein bisschen schöner vorgestellt. In einer Hotelbewertung würden sie sich allerdings nicht über Kakerlaken im Speisesaal und befleckte Matratzen im Zimmer beschweren. Vielmehr ist ihr Problem eine Geiselnahme und Versklavung. Nach einigen tollen Freizeiterlebnissen auf der Insel Rook Island missglückt ein Fallschirmsprung und die Freunde landen wortwörtlich in den Händen von Vaas Montenegro. Ein skurriler drogenabhängiger Bösewicht, der die Freunde versklavt und Lösegeld von den reichen Eltern erpressen möchte. Jason und sein Bruder Grant schaffen es aber aus ihrem Käfig auszubrechen und flüchten von Vaas Insel. Der bemerkt den Fluchtversuch allerdings und Grant wird beim Fluchtversuch erschossen.

far-cry-3-screenshot2

Jason macht sich nun auf den Weg seine Freunde zu retten und sich bei Vaas zu rächen. Dabei schließt sich Jason den Rakyat-Kriegern an. Dennis Rogers ist ebenfalls ein Rakyat Krieger und ist seine erste Ansprechperson nach der Flucht. In der Story verfolgt Far Cry 3 einen interessanten neuen Ansatz. Jason ist kein ehemaliger Elitesoldat und kämpft sich nun mit der linken Hand durch Gegnerhorden sondern ist eigentlich ein Pazifist und hat noch nie eine Pistole in der Hand gehabt. Doch um seine Freunde zu retten, muss er den Weg der Gewalt gehen.


Die Schätze der Mutter Natur

Auf der Insel findet ihr alles, was ihr auf eurer Reise über die Insel benötigt. Ihr könnt Blätter von Sträuchern sammeln und damit Spritzen herstellen, die euch Gesundheitspunkte wiederherstellen oder euch auch kurzzeitig spezielle Boni freischalten. So gibt es Spritzen, die euch weniger Schaden durch Feuer bescheren oder ihr könnt Gegner durch Wände sehen. Allerdings könnt ihr zu Beginn nur wenige Spritzen mit euch herumtragen. Auch euer Beute-Inventar und eure Geldbörse fassen nicht unendlich viel. Um eine größere Geldbörse oder eine größere Spritzentasche herzustellen, müsst ihr auf die Jagd gehen und beispielsweise Wildschweinfell sammeln. Mit diesem Fell könnt ihr euch dann eine Munitionstasche herstellen, womit ihr mehr Munition mit euch herumtragen könnt.

Dabei gibt es auf der Insel eine große Artenvielfalt an Tieren. So gibt es beispielsweise Pflanzenfresser, die euch nicht gefährlich werden. Hier müsst ihr euch nur langsam anschleichen und schon könnt ihr das Tier häuten. Allerdings gibt es auch gefährliche Tiere wie Leoparden oder Tiger. Auch die tollwütigen Hunde, die über die Insel streunen, solltet ihr nicht unterschätzen. Hier ist oft Geschicklichkeit gefragt, wenn ihr euch Tigerfell beschaffen wollt. Allerdings könnt ihr die wilden Tiere manchmal auch für euch arbeiten lassen. Auf der ganzen Insel sind Wachposten eurer Gegner verteilt, die ihr angreifen und erobern könnt. Allerdings ist die Rambo-Methode nicht immer die beste Möglichkeit. So erregt ihr nämlich schnell Aufmerksamkeit und die Gegner rufen Verstärkung. Besser ist die heimliche und unauffällige Möglichkeit mit Scharfschützengewehr, Pfeil und Bogen oder einem wilden Tier. Oft stehen in den Wachposten nämlich Käfige mit Tigern oder Leoparden. Schießt ihr nun auch aus weiter Entfernung auf den Tiger, wird dieser aus dem Käfig ausbrechen und die Gegner angreifen. Somit erledigt das Tier schon einen großen Teil eurer Arbeit und ihr könnt den Außenposten schnell befreien.

far-cry-3-screenshot

Auch Funktürme gilt es zu erobern. Hier müsst ihr allerdings nicht immer Gegner erledigen, denn nur manchmal sind diese Türme bewacht. Vielmehr müsst ihr hier geschickt einen Weg auf den Turm finden und von dort aus den Störsender deaktivieren. Damit schaltet ihr nicht nur, wie bei Assassin‘s Creed, einen neuen Teil auf eurer Karte frei, sondern erhaltet auch in den Dorf-Shops neue Waffen. Für viele Tätigkeiten im Spiel erhaltet ihr auch Erfahrungspunkte. Diese schalten wiederum Fähigkeitspunkte frei, mit denen ihr euer neue Fähigkeiten freischalten könnt.


Inselparadies

Abwechslungsreich ist die Insel von Far Cry 3 auf jeden Fall. Kein Fleckchen der Insel wirkt computergeneriert sondern überall findet man die Liebe zum Detail. Dort entdeckt ihr ein abgestürztes Flugzeug und woanders wieder eine neue Höhle. Auch technisch kann Far Cry 3 beeindrucken. Wasserspiegelungen und Animationen sehen sehr realistisch aus. Zudem gibt es eine große Anzahl an Nebenmissionen, die ihr neben der eigentlichen Story beenden könnt. Die Story um Jason Brody fesselt auf jeden Fall lange an den Bildschirm, da es immer wieder neue Fragezeichen-Momente in der Story gibt, die ihr auflösen wollt. Manchmal könnt ihr gar nicht sicher sein, ob ihr gerade wirklich auf der Insel unterwegs seid oder einen Drogentrip durchlebt. Allerdings steckt hierin auch die kleine erzählerische Schwäche von Far Cry 3, denn Jason und seine Freunde wirken nicht immer glaubhaft, wenn man bedenkt in welch auswegloser Situation sie sich befinden.

Des weiteren bietet euch Far Cry 3 noch einen unterhaltsamen Coop-Modus und einen durchschnittlichen Mehrspielermodus in dem ihr euch auf verschiedenen Karten in Team-Deathmatch-Partien gegen Spieler auf der ganzen Welt messen könnt. Der große Pluspunkt hier liegt im umfangreichen Karteneditor, mit dem ihr eigene Maps für den Multiplayer entwerfen könnt – auch auf den Konsolenversionen.

FAZIT

Far Cry 3 ist ein packendes Inselabenteuer, das euch viele Spielstunden an den Bildschirm fesseln wird. Die Story um Jason und seine Freunde ist erfrischend anders im Vergleich zu den patriotischen Militärshootern und auch die Vielfalt auf Rook Island kann lange Zeit überzeugen. Far Cry 3 ist somit eines der besten Spiele 2012, auf das man auch 2013 definitiv einmal einen Blick werfen sollte.

Gameplay: 92%
Multiplayer: 86%
Grafik: 90%
Sound: 90%
GESAMT: 90%

+ Abwechslungsreiches Inselparadies
+ Spannende Story
+ Multiplayer (+ Map-Editor) und Coop-Modus
+ Viele Nebenmissionen und sammelbare Gegenstände

Getestet wurde die Xbox360-Version