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Test: Splinter Cell Conviction

Splinter Cell Fans warteten lange auf einen fünften Splinter Cell Teil. Nach mehreren Release-Verschiebungen erschien Splinter Cell Conviction endlich am 15. April und bei Sam Fisher hat sich viel verändert. Auf dem Cover ist ein alter, bärtiger Mann zu sehen. „Sam Fisher ist nicht mehr der, den wir kannten“, wird im Spiel passend gesagt. Doch welche Neuerungen bietet Splinter Cell Conviction und wie hat uns der neue Sam Fisher gefallen? Lest unser Review.

„Who killed my daughter?“

Wir alle waren Zeuge davon, wie Sam Fisher in Splinter Cell: Double Agent vom Tod seiner Tochter erfuhr. Sam war so am Boden, dass er am Ende des Spiels sogar seinen besten Freund Lambert tötete. Zu Beginn von Splinter Cell Conviction finden wir Sam in einem kleinen Straßencafe auf Malta wieder. Hier bekommt er plötzlich eine Nachricht, dass seine Tochter Sarah noch leben könnte; Das Abenteuer beginnt. Zusammen mit Sam macht ihr euch jetzt auf die Suche nach Sarahs Mörder. Oder lebt seine Tochter am Ende sogar noch? Habt ihr es mit einer Verschwörung zu tun? Wir wollen euch hier nicht noch mehr von der Story erzählen, damit ihr nicht den Spaß am Spiel verliert. Allerdings ist die Story sehr vorhersehbar und hält nur wenige Überraschungen parat. Auch hätte man einige Teile der Story noch emotionaler gestalten können. Gänsehaut hatten wir zu keiner Zeit.
Ihr müsst kein Splinter Cell-Fan sein, um mit dem neuen Teil Spaß zu haben. Die Story wird dank Flashbacks und guten Zwischensequenzen selbst neuen Agenten schnell klar.

Die Straße am Cafe in Malta dient anfangs sogleich als interaktives Tutorial. Das Spiel bringt euch die Steuerung bei, die schnell zu erlernen ist. Nach den ersten Spielminuten wird euch schon eine coole Neuerung auffallen: Das Spiel verzichtet komplett auf langweilige Menüs mit Missionszielen oder ähnlichen Anweisungen. Ihr bekommt eure Ziele im Spiel direkt an Hauswänden angezeigt. Dadurch wird das spannende Gameplay nicht durch langweilige Texte beeinflusst. Man spürt förmlich wie viel Mühe die Entwickler in die Projektion der Anweisungen gesteckt haben. Kommende Spiele sollten sich hieran ein Beispiel nehmen!

Verstecken oder Action?

Bereits nach den ersten Spielminuten sollte euch klar werden, dass die Entwickler in Splinter Cell Conviction viel Wert auf Action legen. Ihr könnt euch nun entscheiden ob ihr in bester „Rambo-Manier“ die Gegner umballert oder euch wie in alten Zeiten um die Gegner schleicht und sie leise tötet. Das Deckungsspiel funktioniert sogar sehr gut. Mit gedrückter Schultertaste geht Sam in Deckung und mit der A-Taste könnt ihr hinter eine andere Deckung hechten. Mit verschiedenen Gadgets und auch Objekten in der Umgebung könnt ihr jetzt mit den Feinden „spielen“. Ihr könntet zum Beispiel einen an der Decke hängenden Kronleuchter auf zwei Feinde stürzen lassen. Danach werden andere Feinde zu Hilfe kommen und die Unglücksstelle begutachten. Diese könnt ihr nun beispielsweise mit einer Handgranate ausschalten. Es gibt unzählige Möglichkeiten einen Level zu spielen.

Mit „Mark & Execute“ und „Last Known Position“ gibt es in Splinter Cell Conviction zwei neue Features, die euch den Agentenalltag vereinfachen. Mit „Mark & Execute“ ist es möglich mehrere Gegner gleichzeitig auszuwählen und ins virtuelle Jenseits zu befördern. Sam trifft hiermit immer genau. Aber natürlich könnt ihr dieses Feature nicht unbegrenzt verwenden. Immer wenn ihr einen Nahkampfangriff erfolgreich ausführt könnt ihr dieses Feature wieder verwenden.
Solltet ihr doch einmal auffliegen und eine Wache hat euch gesehen tritt das „Last Known Position“ Feature ein. Ein Schatten von Sam symbolisiert nun die Position, an der die Feinde Sam vermuten. Eure Gegner konzentrieren sich nun also auf diesen Ort und ihr könnt um sie herumschleichen.

Insgesamt ist die Kampagne von Splinter Cell Conviction zu kurz. Innerhalb von acht Stunden habt ihr das Geheimnis um Sams Tochter gelüftet. Danach könnt ihr Missionen nochmal spielen. Das macht durchaus Sinn, da selbst wir beim mehrfachen Durchspielen Wege zum Ziel entdeckt haben, auf die wir beim ersten Spieldurchgang nicht gekommen sind. Splinter Cell Fans könnten auch versuchen ob sie ein Level spielen können, ohne von Wachen entdeckt zu werden.

Was geht im Multiplayer?

Die Einzelspieler-Kampagne ist ein reines Einzelspieler-Erlebnis. Dafür hat Ubisoft Splinter Cell Conviction einen umfangreichen Mehrspielermodus spendiert. Zum einen gibt es eine Koop-Kampagne, die als Prequel zu den Geschehnissen der Einzelspieler-Kampagne fungiert. Ihr schlüpft in die Rolle von Geheimagent Archer und seinem russischen Partner Kestrel, die verhindern sollen, dass gefährliche Waffen den Weg auf den Schwarzmarkt finden. Teamwork wird hier natürlich groß geschrieben. Ihr könnt per Xbox LIVE, System Link oder auch Splitscreen zusammen spielen.

Grafik und Sound

Insgesamt ist die Technik und die Präsentation des Spiels sehr gut gelungen. Die Grafik zeigt kaum Schwächen und die Animationen von Sam Fisher sind sehr realitätsnah. Soundtechnisch begleitet euch ein spannender Soundtrack und Synchronsprecher, die bereits aus älteren Splinter Cell-Teilen bekannt sind.

FAZIT

Splinter Cell Conviction ist Geschmackssache, da die Mischung aus Action und Schleichen nicht allen Serienveteranen gefallen wird. Dafür könnte es aber vielen Neueinsteigern gefallen. Leider hat die Story um Sam Fisher zu wenig Überraschungen und Emotionen. Dafür punktet das Spiel aber bei der Technik und der Präsentation.

Gameplay: 75%
Multiplayer: 87%
Grafik: 92%
Sound: 93%
GESAMT: 87%

+ Schöne Präsentation
+ Sehr gute Technik
+ Umfangreiche Koop-Kampagne
+ Bekannte Synchronsprecher
+ Auch für Splinter Cell Neulinge

+/- Mehr Action
– Story hat Schwächen
– Nur acht Stunden Einzelspieler

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