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Test: ArmA II – Operation Arrowhead

Nach dem Flop von ArmA2 und den nur mittelmäßigen Abschneiden des Addons ArmA2 Black Edition ist nun ein weiteres „Addon“ auf dem Markt. Arma2 Operation Arrowhead. Ob uns die Kriegssimulation nun endlich gefallen hat, erfahrt ihr in diesem Test.

Operation Arrowhead basiert wie auch schon die anderen Spiele der Arma Reihe auf Taktik und Strategie. Es ist sehr anspruchsvoll und realistisch, was besonders reizen oder frustrieren kann. Wer also schnelle Shooter, wie z.B. Call of Duty spielt, wird sich am Anfang recht schwer tun. Vor allem die komplizierte Steuerung und die zum Teil sehr klugen Gegner machen das Spiel sehr anspruchsvoll. Wie schon bei den anderen „Armed Assault“ Spielen ist der Spieler nicht an ein begrenztes Spielfeld gebunden, sondern kann seine Schritte so planen wie er will. Es steht euch natürlich dann auch frei, wie ihr die Missionen beendet.

Was hat sich verändert?

Während sich „ArmA2“ und „ArmA2 Black Edition“ in Chernaus abspielen, schlüpfen Sie diesmal in die Rolle von Soldaten der US-Army und bekämpfen Aufständische im Land Takistan, welches sehr an Afghanistan und den Gazastreifen erinnert. Allerdings ist die Spielfläche ein bisschen geschrumpft; von ca. 225 Quadratkilometer auf ca. 110.
Auch der Fuhrpark und die Fraktionen sind erneuert worden. Es gibt viele neue Land und Luftfahrzeuge, Piloten können sich über Leuchtkörper freuen, die sie zur Abwehr von feindlichen Raketen benutzen können und Fußsoldaten haben durch einen Rucksack mehr Platz für Material. Mit dem verbesserten Radar lassen sich Gegner leichter orten und vernichten.
Die Probleme mit den Bots haben sich in der aktuellen Version verringert. Es treten dennoch Fälle auf, bei denen die Gegner entweder sehr dumm oder super schlau sind.

Kampagne

Die Kampagne ist diesmal sehr abwechslungsreich. Ihr müsst beispielsweise in einer Mission als Panzerkommandant euch den Weg durch gegnerisches Gebiet bahnen um zu einem abgeschossenen Flugzeug der US-Army zu gelangen. Auch Einsätze in der Nacht oder Fallschirmabsprünge gestalten das Spiel.
Während ihr allerdings auf Drohen und auf moderne Kriegsführung zurückgreifen könnt, muss die takistanische Armee ihr altmodischen Gerät benutzen.
Die Kampagne könnt ihr mit bis zu 3 Freunden im Koop-Modus spielen.

Neben der Kampagne bieten sich noch Einzeleinsätze und der Mulitplayer an. Aber auch der ziemlich interessante Editor.
Mit dem Editor lassen sich Missionen nach eigenem Geschmack erstellen und spielen. Ihr könnt hier eurer Kreativität freien Lauf lassen. So könnt ihr beispielsweise als takistanischer Pilot gegen amerikanische Apaches kämpfen.

Realismus

Arma wirbt immer mit einem unvergleichlichen Realismus Grad. Aber wie weit stimmt das?
Ohne Zweifel: ArmA2 und Operation Arrowhead ist eines der realistischen Spiele auf dem Markt. Angefangen von der Flugbahn von Geschossen (Gravitationskraft, Kaliber, usw.) bis zur Verwundung von Soldaten. Wenn eurem Soldat zum Beispiel in den Arm geschossen wird, könnt ihr nur noch klein Kaliber benutzen, wie zum Beispiel Pistolen oder Handgranaten. Bei einem Treffer im Bein kann der Soldat nur noch eingeschränkt laufen oder sich gar nur noch kriechend fortbewegen.

Allerdings gibt es auch Lücken, welche den Spielspaß doch deutlich beeinträchtigen. Wie schon im Test von „ArmA2 Black Edition“ lässt sich ein mittelgroßer Baum nicht von einem Panzer der Klasse M1A1 Abraham umfahren, welcher 61 Tonnen wiegen sollte. Diese kleinen Dinge sollten auf jeden Fall verbessert werden.

Die Grafik ist wie bei den anderen Arma2 wieder sehr gut gelungen. Allerdings wird wieder ein leistungsstarker Rechner benötigt.

FAZIT

Das gefällt uns doch schon viel besser! Mit „Operation Arrowhead“ wird ArmA2 auf einmal zu einem völlig neuen und interessantem Spiel. Nicht nur die Missionen sind einfallsreicher gestaltet. Auch die KI, also die computergesteuerten Gegenspieler, sind deutlich schlauer geworden und haben lange nicht mehr so viele Aussetzer wie wie zuvor. Auch die übersichtliche, neue Landschaft ist ein völlig neuer Hingucker. Sie wirkt zwar nicht so farbenfroh, wie die Waldlandschaft in Chernaus, dadurch werden Gegner aber auch viel leichter gefunden und eliminiert.

Man muss allerdings immer wieder betonen, dass Quereinsteiger, also Spieler, die bis jetzt immer schnelle Actionspiele, wie zum Beispiel Call of Duty oder Medal of Honor gespielt haben sich am Anfang schwer tun werden. Aber hier gilt: das Spiel nicht frustriert in die Ecke legen und sich darüber beschweren, sondern sich einarbeiten und richtig Spaß haben. Denn dazu ist dieses „neue“ Spiel auf jeden Fall in der Lage!

Autor: Andreas Bucher

Gameplay: 86%
Multiplayer: 88%
Grafik: 81%
Sound: 85%
GESAMT: 85%

+ Neue und interessant gestaltete Missionen
+ Stark verbesserte KI
+ Sehr guter Editor
+ Fast unbegrenzte Möglichkeiten Missionen zu beenden
+ Viele neue Waffen und Fahrzeuge
+ Verbesserungen an Fahrzeugen, Waffen und Soldaten

– Leider sind Aussetzer der KI nicht zu verhindern
– Physik und Realismus an manchen Stellen nicht ganz ausgereift
– Zum Teil sehr schwierig zu spielen

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