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Test: Die Sims 3 (3DS)

Die Sims feiern ihren Einstand auf dem Nintendo 3DS – nämlich mit dem bereits dritten Teil der Serie, der voriges Jahr erst vom PC für alle gängigen Konsolen umgesetzt wurde. Nachdem der der DS-Nachfolger nun endlich weltweit erhältlich ist, lässt ein Ableger für den 3DS ebenfalls nicht lange auf sich warten und steht daher bereits seit dem Start der Hardware selbst zum Kauf bereit. Sind die Argumente der Dreidimensionalität und des unterwegs Spielens genug, um einen Kauf zu rechtfertigen. Oder greift man besser zu den „großen“ Fassungen?

Euer Sim

Bevor ihr das Leben in vollen Zügen genießen könnt, muss ein wenig an Vorarbeiten erledigt werden. Sims-Kennern dürfte diese Prozedur bekannt sein: Wie in den Vorgängern beginnt das Abenteuer Leben nicht bevor ihr euren eigenen Sim kreiert habt. Ernüchternd stellt man jedoch bald fest, dass der Editor anfangs wirklich sehr beschränkt ist, da man die meisten Typen der Einstellungsmöglichkeiten, darunter Frisuren, Augen, Kleidung etc. erst freispielen muss. Das kann man als positiven oder negativen Aspekt ansehen, denn einerseits spornt es zum Weiterspielen an, andererseits nervt es, sich immer wieder umziehen beziehungsweise überhaupt ganz im Editor umgestalten zu müssen, weil man den Wunsch-Sim nicht gleich zu Beginn erstellen konnte. Übrigens lässt sich das Gesicht auch auf einfachere und vor allem schnellere Art erschaffen, da ihr euer Gesicht mit der 3DS-Innenkamera ganz einfach fotografieren könnt und das Spiel dann ein Sim-Gesicht ruckzuck erstellt. Die Erkennung ist ganz okay, reißt aber keine Bäume aus. Zu guter Letzt bestimmt ihr die Charakterzüge des Sim, die sich dann ebenfalls im Spielverlauf auswirken.

Euer Haus

Nachdem ihr endlich über einen Protagonisten verfügt, liegt es ebenfalls an euch zu bestimmen, wo dieser hausen soll. Es stehen euch ein paar Häuser zur Auswahl, die je nach Größe preiswert oder teuer sind. In eurer Unterkunft angekommen, dürft ihr, sofern ihr das nötige Kleingeld besitzt, sofort zum Umdekorieren anfangen. Jedes Möbelstück lässt sich dort platzieren, wo es euch am besten gefällt. Selbst Wände und Boden lassen sich einreißen oder wo anders erbauen. Mit der Zeit werden die Wünsche eures Sim immer anspruchsvoller und er oder sie will bald bessere Betten, Duschen und so weiter. Auch diese kann man ganz einfach über ein Symbol auf dem Touchscreen einkaufen und blitzschnell platzieren. Draußen auf eurem Grundstück könnt ihr ebenfalls Pflanzen, Lichtquellen und diverse Dekoration anbringen. Insgesamt ist euch übrigens ein Limit gesetzt, wie viele Möbelstücke ihr zu Hause haben dürft. Das ist schon etwas schade, beginnt dann aber erst im späteren Spielverlauf tatsächlich zu stören.

Euer Leben

Obgleich hier und da abgespeckt wurde, ist die 3DS-Version von „Die Sims 3“ weiterhin eine mehr oder weniger komplexe Lebenssimulation. Stets müsst ihr auf die Bedürfnisse eures Sim achten, denn sie beeinflussen die Laune und damit auch die Arbeitstüchtigkeit. Hat euer Sim zu wenig geschlafen, hat er Hunger oder vernachlässigt ihr seine Körperpflege, wird er auch bei der Arbeit keine guten Ergebnisse erzielen. Womöglich wird er dann sogar gefeuert. Dabei warten im Briefkasten dauernd Rechnungen darauf, bezahlt zu werden. Das Essen in eurem Kühlschrank müsst ihr euch auch schon selbst besorgen. Sprich, das Leben ist kein Zuckerschlecken, nicht in der Realität, nicht in „Die Sims 3“. Es kann aber auch gut laufen. Dann erhaltet ihr Karma-Punkte, mit denen ihr beispielsweise Geld regnen lassen könnt. Leider gibt es nur drei solcher Karma-Kräfte, die sich darüber hinaus alle nur positiv auswirken, im Gegensatz zur PC- und Konsolen-Version. Pflegt Kontakte mit anderen Sims vor/in eurem Haus oder in der Stadt, um nicht zu vereinsamen. Und vielleicht begegnet ihr bald sogar eurer Traumfrau oder dem Traummann. Dass der Umfang ein wenig verkleinert wurde, merkt man dann, sobald ihr verheiratet seid. Ihr könnt nämlich keine Nachkommen bekommen. Und überhaupt altert ihr überhaupt nicht. Das heißt, euer Leben ist unendlich lange und irgendwann wird auch alles erreicht sein, was es zu erreichen gibt. Und dann ist bei den meisten die Luft raus. Außerdem existiert keine offene Nachbarschaft. Die einzigen Orte, die ihr besuchen könnt, sind euer Haus, sowie zwei Bereiche der Stadt. Diese beiden Orte warten mit einigen Attraktionen wie einem Theater, einem Supermarkt oder Arcade-Automaten auf. Eine nette Abwechslung zum Alltag eures Sim. Und ein glücklicher Sim braucht diese Abwechslung.

Steuerung und Technik

Sämtliche Aktionen, die ihr mit eurem Sim machen wollt, funktionieren auf Berührung des unteren Bildschirmes, der das Geschehen von der Vogelperspektive darstellt, hin. Leider muss man bei der Auswahl von Gegenständen peinlich genau drauf tippen. Auf dem unteren Bildschirm befinden sich übrigens auch sämtliche Anzeigen wie die Laune des Sim. Ebenso existieren unzählige Buttons, mit denen ihr das Geschehnis quasi vorspulen könnt, wenn euer Sim schläft und es nichts zu tun gibt. Ein weiterer Button dient dazu, dass ihr schnell und einfach einkaufen gehen könnt. Der Bildschirm wirkt anfangs ein bisschen überladen, aber insgesamt wurde die Steuerung solide gelöst. Der obere Bildschirm stellt das Geschehen in der gewohnten, viel ansehnlicheren Ansicht dar. Haltet ihr die L-Taste gedrückt und bewegt ihr dabei das Schiebe-Pad, kann man die Kamera drehen.

Technisch gesehen sieht „Die Sims 3“ okay aus. Der Treppcheneffekt ist leider stark sichtbar und die Animationen hätten flüssiger sein können. Auch sehen die Umgebungen etwas karg aus und hätten mehr Details vertragen können. Ansonsten geht es in Ordnung. Das gleiche gilt für den 3D-Effekt. Der bereichert das Spiel zwar nicht wirklich, sieht dennoch nicht schlecht aus. Der Sound ist realistisch und die Musik aus dem Radio groovig.

FAZIT

Electronic Arts hat mit „Die Sims 3“ auf dem Nintendo 3DS die Serie gut auf den kleinen Handheld geportet. Wer kleinere Kompromisse eingehen kann – der Umfang wurde nämlich um einiges geschrumpft – und sich mit einer schlichteren Grafik zufrieden gibt, der kann ruhig zu der portablen Version greifen. Die 3DS-Fassung bietet weiterhin ein gewisses Maß an Komplexität und macht nach wie vor Spaß, selbst wenn man seinem Sim einfach nur bei seinem ulkigen Treiben zuschaut!

Autor: Pascal Steiner

Gameplay: 73%
Multiplayer:
Grafik: 74%
Sound: 84%
GESAMT: 77%

– Freischaltbares
– Komplex

– Abgespeckt gegenüber PC/Konsolen
– Ungenaue Touchscreen-Erkennung

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Offizielle Webseite

Getestet wurde die Nintendo 3DS Version






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