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Test: Max Payne 3

Ziemlich genau 11 Jahre ist es her. Im Juni 2001 erschien der erste Teil der Spiele-Serie rund um den Polizisten Max Payne. Nach dem großen Erfolg folgte bereits im Oktober 2003 der Nachfolger Max Payne 2. Dann wurde es aber still um den Cop. Allerdings war es für die Entwickler von Remedy schon klar, dass ein dritter Teil irgendwann folgen wird. Das Spiel endete nämlich mit dem Satz „Max Payne’s journey through the night will continue.“. Vor kurzem war es dann also auch soweit und Rockstar Games kündigte tatsächlich einen dritten Teil an. Allerdings sind nun andere Entwickler am Werk. Rockstar Vancouver übernahm die Entwicklung. Auf den ersten Blick sahen die ersten Videos für Fans zudem erschreckend aus. Der triste Max wurde plötzlich bunt im Hemd und ist zudem aus dem kalten New York ins sonnige São Paulo umgezogen. Kann Max Payne 3 trotzdem ein unterhaltsames Action-Spiel sein? Wir haben uns als Max durch Rockstars neuem Blockbuster geschossen.

Keine ruhige Rente

Die Story um Max Payne 3 beginnt direkt im warmen São Paulo. Hier befindet sich Max auf einer Party reicher Geschäftsleute, doch natürlich bleibt nicht alles so wie es sein sollte. Maskierte Gangster stürmen die Party und entführen ausgerechnet die Frau seines Arbeitgebers. Max macht sich sofort dran die bösen Buben um die Strecke zu bringen und die Frau zu befreien. Dieser erste Abschnitt dient zudem als interaktives Tutorial, da der Spieler alle Steuerungskniffe eingeblendet bekommt. Erst nach ein paar weiteren Kapiteln der Story wird in der Rückblende erzählt, wie Max auf diese Party in São Paulo gekommen ist.

Der versoffene und Schmerzmittel-abhängige Max befand sich wie jeden Abend in einer Kneipe in New Jersey. Plötzlich jedoch trifft er seinen alten Bekannten Raul Passos, der ihm sofort versucht einen Job als Leibwächter für den Geschäftsmann Rodrigo Branco in São Paulo anzudrehen. Max lehnt dieses Angebot anfangs ab. Als er im späteren Handlungsverlauf allerdings den Sohn eines einflussreichen Mafiabosses tötet, muss er aus der Stadt verschwinden und so kommt ihm das Angebot von Raul gerade recht.

Aus dem bezahlten Urlaub, wie sich Max anfangs seine Tätigkeit in São Paulo vorgestellt hat, wird dann allerdings auch nichts. Seine Schützlinge werden ständig angegriffen, wie es auch bei der Party in der Einleitung geschieht. Hier kann es Max gerade noch schaffen Fabiana, die Frau von Rodrigo Branco, zu befreien. Allerdings passiert schon auf dem nächsten Disco-Besuch der nächste Überfall und Max entwischt Fabiana um Haaresbreite. Nun beginnt die eigentliche Story von Max Payne 3, denn Max hat sich geschworen Fabiana aus den Zwängen der Gangster zu befreien. Allerdings verläuft auf seiner Reise hierbei natürlich auch nicht alles glatt und so landet er bis in den Favelas der brasilianischen Stadt.

Wilde lineare Schießereien

Jeder Kapitelabschnitt in Max Payne 3 besteht nur aus wilden Schießereien. Der Versuch lautlos vorzugehen, wird in kaum einem Abschnitt des Spiels funktionieren. Max wird immer sofort seine Kanonen auspacken und versuchen sich gegen die Gangster zu wehren. Dabei kann er jeweils drei Waffen mit sich führen. Beispielsweise ein großes Gewehr und zwei kleine Pistolen. Ihr solltet aber immer einen Blick auf eure Munitionsanzeige haben, da Max sehr gerne die Projektile ausgehen. Es lohnt sich also immer bei den Waffen der gefallenen Gegnern nach Munition zu schauen.

Die Bullet Time werden Fans bereits kennen. Auch in Max Payne 3 fehlt sie natürlich nicht. Jederzeit, vorausgesetzt die dazugehörige Leiste ist mit Energie gefüllt, könnt ihr in die Bullet Time umschalten. Das Spiel befindet sich dann in Zeitlupe und ihr könnt eure Schüsse ganz gezielt platzieren. Außerdem seht ihr die Kugeln regelrecht an euch vorbeifliegen, wodurch ihr leicht ausweichen könnt. Durch das zur Strecke bringen anderer Gegner ladet ihr die dazugehörige Energie daraufhin wieder auf. Gerade dieses Feature macht Max Payne 3 zu etwas besonderem, obwohl man die Zeitlupen-Abschnitte in anderen Shootern bereits zu Hauf gesehen hat.

Auch wenn sich Max wie ein Weltmeister nur so durch die Gegnerwellen schießt, wird er auch mal die ein oder andere Kugel einfangen. Der aktuelle Status von Max wird an der Unterseite des Displays angezeigt. Sollte die Lebensleiste einmal sehr stark rot gefüllt sein, solltet ihr das Schmerzmittel benutzen, das ihr in den Levels finden könnt. Solltet ihr einmal kurz vor dem Tod sein und noch Medizin übrig haben, befindet sich Max in der Bullet Time und ihr habt Zeit den Gegner abzuschießen, der euch die vorläufige Todeskugel verpasst hat. Schafft ihr es, wird Max überleben, ansonsten heißt es „Game Over“. Ihr könnt das Spiel dann wieder von einem der letzten Checkpoints laden. Diese sind teilweise aber leider sehr weit auseinander platziert.

Die Kapitel in Max Payne 3 sind allesamt sehr abwechslungsreich designet. Zudem bemerkt man die Rockstar-typische Detailtiefe. Alle Level sind unglaublich gut gestaltet und strotzen nur so vor Details. Allerdings sind sie auch unglaublich linear. Max hat eigentlich kaum Möglichkeiten andere Wege einzuschlagen. Ihr folgt immer den vorgegebenen Pfaden und wenn es doch einmal eine offene Tür auf der Seite gibt, findet ihr dort Teile der goldenen Waffen, die ihr im Spiel sammeln könnt.

Hat man dann aber nach 12-13 Spielstunden sich den Weg durch alle Kapitel geballert, stehen noch der Arcade-Spielmodus und der Multiplayer für den Käufer bereit.

Multiplayer und Technik

Max Payne 3 ist das erste Spiel der Serie, das auch einen Multiplayer enthält. Hierbei gibt es verschiedene Spielmodi und viele In-Game-Erfolge sowie freischaltbare Gegenstände. Unterhaltsam sind die Online-Partien zudem, da drauflos ballern wie in anderen Online-Shootern nicht immer zum Ziel führt. Geschicktes Deckungsspiel ist oft die bessere Wahl.

Rockstar Games hat sich bei Max Payne 3 richtig viel Mühe mit Grafik und Sound gegeben. Die abwechslungsreiche Gestaltung und die scharfe Grafik lassen bereits auf ein phänomenales GTA V hoffen. Auch die Physik im Spiel ist realistisch, egal wo ihr hinschießt, jedes Material verhält sich anders. Auch die Animationen wissen zu überzeugen. Die Gegner und Max wirken in allen Bewegungen lebensecht.

FAZIT

Max Payne 3 ist insgesamt ein unterhaltsamer Shooter geworden, der trotz seiner linearen Levels, dank großer Detailtiefe und toller Technik überzeugt. Das Leben des versoffenen Polizisten Max Payne im sonnigen São Paulo zu durchleben kann lange unterhalten. Allerdings ist das Spiel ein reiner Shooter. Wer also auch Erkundungs- oder Schleichlevel erwartet, wird enttäuscht. Actionfans bekommen dafür aber reine Rohkost. Dazu gibt es auch noch einen Arcade-Modus und einen unterhaltsamen Multiplayer!

Gameplay: 85%
Multiplayer: 86%
Grafik: 93%
Sound: 90%
GESAMT: 89%

+ Tolle Technik
+ Große Detailtiefe
+ Unterhaltsamer Multiplayer

– Lineare Level

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Getestet wurde die Xbox360-Version