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Test: Assassin’s Creed 3

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Der französische Spiele-Publisher Ubisoft beschert uns nun schon seit 2007 jährlich ein neues Spiel der Assassin‘s Creed-Serie. In den letzten Teilen reisten wir als Ezio Auditore de Firenze durch das Italien und Konstantinopel vergangener Zeit. Seit kurzem steht nun Assassin‘s Creed 3 in den Händlerregalen. Hier verspricht Ubisoft neben einer neuen Engine auch ein ganz neues Setting. So verschlägt es uns nun nach Amerika zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges. Als Assassine allein gegen Horden von bewaffneten Soldaten kämpfen? Kann das noch glaubwürdig sein und zugleich Spaß machen? So viel vorweg: Ubisoft hat mit Assassin‘s Creed 3 viel richtig gemacht.


Good old times

In Assassin‘s Creed 3 geht die Geschichte rund um die Rivalität zwischen den Templern und Assassinen weiter. Dabei gibt es im Spiel gleich zwei Ebenen. Zum einen die reale Ebene, die im Oktober 2012 spielt und die Ebene im Zeitreise-Modus, die im 18. Jahrhundert spielt. Desmond Miles ist ein Nachfahre der Assassinen und schlüpft in einen sogenannten Animus, der ihn in die Rolle seiner Vorfahren zurückversetzt. Gespielt wird allerdings zum Großteil in der Vergangenheit in der Rolle des neuesten Helden Connor. Aber einige spannende Missionen in der Neuzeit gibt es auch. So dürft ihr einmal über die Hochhäuser von Manhattan hüpfen.

Assassins Creed 3 Screenshot

In der Welt von Connor gibt es natürlich noch keine Hochhäuser. Aber auch hier seid ihr in großen Städten unterwegs. So führt euch eure Reise unter anderem nach Boston und New York. Aber auch sehr weitreichende Wälder mit kleinen Dörfern warten nur darauf von euch erkundet zu werden. Gerade hier sieht man, dass Ubisoft in Assassin‘s Creed 3 mit einer neuen Spiele-Engine arbeitet. Die Wildnis sieht um einiges besser aus als noch in Assassin‘s Creed 2. Hier sah man noch klare technische Unterschiede zwischen Stadt und Land. Nun wirkt aber beides technisch hochwertig.


Neue Engine – Neuer Spielspaß

Zudem bietet die neue Engine Anvilnext noch zwei weitere auffälligen Neuerungen. Zu Beginn des Spiels seid ihr in einem Theater unterwegs und versucht möglichst unbemerkt einen Mord durchzuführen. Dabei ist das Theater reichlich gefüllt. Hunderte Menschen haben bereits die Plätze eingenommen und bewegen sich sehr realistisch und dynamisch. Ubisoft hat es geschafft große Menschenmengen sehr lebendig darzustellen. Spiele wie FIFA oder NHL könnten sich hier mal für die Zuschauerränge eine Scheibe abschneiden. Aber auch Tiere halten in Assassin‘s Creed 3 Einzug. Weniger im Theater, dafür aber umso mehr in der Wildnis. Hier kann es schon einmal passieren, dass ihr von wilden Wölfen oder Tigern angegriffen werdet. Gleichzeitig ist auch das Jagen ein Spielelement. An Hirsche oder Hasen müsst ihr euch anschleichen, um sie dann zu schlachten und wertvolle Items zu bekommen.

Abwechslung wird in Assassin‘s Creed 3 also großgeschrieben. Neben lebensfrohen Städten, weiten Wäldern und gemütlichen Dörfern, dürft ihr aber auch auf die raue See. Als Kapitän befehligt Connor eine ganze Schiffsmannschaft. Eine Schiffsimulation ist das natürlich nicht. Ihr dürft aber Kanonen, Segel und Lenkrichtung bestimmen, was eine Menge Spaß macht.


Assassins Creed bleibt Assassins Creed

Bei den Neuerungen bleibt das Spiel im Kern aber immer noch ein Assassin‘s Creed-Spiel. Ihr seid also immer noch ein wahrer Kampf- und Parkour-König. Ihr hüpft über die Dächer der Städte und sucht Sammelgegenstände oder klettert auf die Aussichtspunkte, die eure Karte erweitern. Zudem ist das Kampfsystem sehr einfach und auch Connor ist dank versteckter Klinge und anderer starker Waffen den Feinden wieder stark überlegen. Oft habt ihr schon mit einem Tastendruck einen Gegner zur Strecke gebracht. Für Connor ist es auch kein Problem mehrere Dutzend Feinde gleichzeitig den virtuellen Pixeltod zu bescheren. Assassinen-Neulinge haben das Kampfsystem schnell gelernt und Profis sind das simple Kampfsystem bereits gewohnt.

Assassins Creed 3 Screenshot

Neben der ca. 15-stündigen Story-Kampagne bietet euch Assassin‘s Creed 3 noch weitere Möglichkeiten zum Austoben. So könnt ihr eure eigene Siedlung aufbauen, Herausforderungen erledigen, Nebenmissionen erledigen und in allen Missionen 100% erreichen. Dann ist da auch noch der Mehrspieler-Modus, der bereits in den vorherigen Teilen eine nette Abwechslung zu den vielen Shootern und Rennspielen war. Wieder ist es das bekannte Katz-und-Maus-Spiel. Ihr müsst in einer Menschenmasse einen anderen Spieler suchen von dem ihr nur das Aussehen kennt. Gleichzeitig seid ihr auf der Liste eines Spielers. Ihr solltet euch also möglichst unauffällig verhalten und im richtigen Moment zuschlagen. Schade, dass es hier jedoch keine großartigen frischen Ideen gibt.


Technisch top!

Technisch sorgt, wie bereits beschrieben, die neue AnvilNext-Spielengine für realistische Grafik und Effekte. Beeindruckend sind die Jahreszeitenwechsel. So stampft ihr im Winter auch mal durch hohen Schnee. Dabei bewegen sich die Charaktere sehr realistisch und hinterlassen auch Spuren. Auch die Gesichter und Animationen wurden im Vergleich zu den letzten Teilen nochmals verbessert und wirken technisch sehr zeitgemäß. Leider nerven im Spiel aber auch eine handvoll Bugs. Schon zum Release gab es einen großen Patch von Ubisoft. Dennoch fielen uns aber nervige Fehler auf, die die Atmosphäre trübten. So schweben manchmal Waffen von toten Feinden in der Luft oder Missionen bleiben hängen, weil die zu verfolgende Computerfigur plötzlich nicht mehr weiterlaufen möchte.

FAZIT

Assassin‘s Creed 3 ist ein großartiges Spiel. Ubisoft gelingt der Neuansatz in Amerika mit einer tollen Präsentation, einer zeitgemäßen Technik und einem enormen Umfang. Der Gesamteindruck wird lediglich von kleineren Bugs getrübt. Darüber sollte man allerdings auf jeden Fall hinwegsehen, denn die Reise mit Connor durch das virtuelle Amerika des 18. Jahrhunderts macht einfach Spaß.

Gameplay: 88%
Multiplayer: 84%
Grafik: 90%
Sound: 87%
GESAMT: 87%

+ Großer Umfang
+ Gute Technik
+ Spannende Story und tolle Athmospähre

– Kleine Bugs trüben den Gesamteindruck

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Getestet wurde die Xbox360-Version