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Test: Titanfall

Titanfall soll das Shooter-Genre revolutionieren. Das Spiel wurde von Respawn Entertainment entwickelt. Das Studio besteht unter anderem aus ehemaligen Call of Duty-Entwicklern von Infinity Ward. Call of Duty hingegen stand noch nie wirklich für innovative Shooter-Konzepte. Durch die Abspaltung zur Marke hatten die Entwickler nun aber die Chance neue Schritte zu gehen und neue Gameplay-Mechaniken auszuprobieren. Haben sie die Chance genutzt?

Fokus auf den Multiplayer

Titanfall ist ein reines Multiplayer-Spiel. Wer keinen Internetzugang hat, wird mit dem Spiel also keinen Spaß haben. Selbst eine kurze Solo-Kampagne wie zum Beispiel in Battlefield 4 ist im Spiel nicht enthalten. Das kann man den Entwicklern allerdings auch zu Gute halten, denn so lag der Fokus bei der Entwicklung wirklich auf den Online-Gefechten.

Titanfall ist ein reiner Online-Shooter.

Titanfall ist ein reiner Online-Shooter.

Online gibt es hingegen so etwas Ähnliches wie eine kleine Kampagne. Hier seid ihr entweder auf der Seite der Miliz oder der IMC-Truppen und bekämpft die jeweils andere Seite. Euch verschlägt es dabei in eine Handvoll Missionen, die im Grunde ganz normale Deathmatch- oder Herrschafts-Spiele sind. Der Unterschied zu einem klassischen Spiel ist hier nur, dass euer Spiel dauernd mit Funksprüchen untermalt wird. Was da allerdings genau erzählt wird, wurde uns selbst nach dem dritten Anlauf in der Kampagne nicht klar. Irgendwie spielt ein Vice Admiral Graves eine wichtige Rolle und ihr müsst manchmal irgendwelche Tanks beschützen oder alle Feinde besiegen. Durch das actionreiche und hektische Gameplay werdet ihr aber kaum etwas von der Story mitbekommen und euch bleiben danach sicher einige Fragezeichen im Gesicht stehen. Das spricht allerdings für das Gameplay.

Action und Hektik am laufenden Band

Hier waren Call of Duty-Macher am Werk. Das merkt man nach den ersten paar Spielen. Dennoch gibt es aber natürlich auch einige gravierende Unterschiede zu Activisions Millionenseller. Auffallend ist das noch viel schnellere und hektischere Gameplay. Neue Bewegungsmöglichkeiten tragen besonders dazu bei. So könnt ihr in der Luft noch einen kleinen Schub erhalten und so noch größere Abhänge überspringen oder einfach mal in ein Fenster im ersten Stock einsteigen. Außerdem könnt ihr einfach per Tastendruck an den Wänden laufen. Das geht so flüssig und einfach von der Hand, dass selbst blutige Einsteiger schnell ihre ersten Wallruns und Doppelsprünge ausführen können.

Diese schnellen Bewegungstechniken könnt ihr allerdings nur als Pilot – sozusagen als normaler Fußsoldat – durchführen. Auf der anderen Seite stehen die Titans. Nach einem bestimmten Zeitfenster dürft ihr euch nämlich einen solchen Kampfroboter aufs Schlachtfeld schicken und einsteigen. Das Spiel wird dann für euch auf eine andere Ebene gehoben. Ihr könnt nun nämlich einfach die kleinen Spieler unter euch zertrampeln oder in höher gelegene Fenster schauen. Allerdings seid ihr hier natürlich auch nicht allmächtig. Mit der fetten Metall-Rüstung seid ihr nämlich um einiges langsamer. Die schnellen Piloten mit Wandläufen und Sprüngen können euch dann also schnell davonlaufen. Natürlich hat aber auch der Gegner Titans auf dem Schlachtfeld und wird versuchen euch zu jagen. Mit Schilden und Raketen versucht ihr nun gegen ihn anzukommen und gleichzeitig nehmen euch feindliche Piloten mit ihren Titanabwehrwaffen aufs Korn. In einer solchen Situation solltet ihr schnell euren Raketenschub benutzen und euch verziehen. So muss Action aussehen.



Auf Abschusserien, wie aus Call of Duty, haben die Entwickler verzichtet. Die Möglichkeit nach einem bestimmten Zeitfenster einen Titan zu rufen, ist sozusagen die einzige Abschusserie. Nur, dass der Spieler hierfür nicht mal einen Abschuss erlangen muss. Dafür gibt es aber auch noch sogenannte Burn Cards. Diese sammelt ihr während eines Spiels ein und könnt sie dann im Menü einlösen. Ihr erhaltet dann für eine Runde Spezialfähigkeiten wie eine bessere Waffe oder auch die dauerhafte Tarnung oder gar unendliche explosive Munition. Im Menü könnt ihr wie gewöhnlich auch eure eigenen Soldaten und Titans ausrüsten. Die Waffenauswahl ist hier allerdings geringer als bei Call of Duty und Co. Dennoch gibt es einiges zu entdecken und auszuprobieren. Mit jeder Waffe könnt ihr natürlich auch Herausforderungen abschließen und dadurch wiederum Erfahrungpunkte sammeln, die euch im Rang aufsteigen lassen. Ein gewohnt überzeugendes Rezept.

Online geht es mit 12 Spielern zur Sache. Allerdings wären die großen Karten hier ein wenig unterfordert. Aus diesem Grund gibt es noch immer eine Menge computergesteuerte Soldaten. Die sogenannten Fußsoldaten und Spectres könnt ihr für zusätzliche Punkte auch ausschalten. Das wird euch auch nie besonders schwer fallen, denn gerade die Fußsoldaten sind leichtes Kanonenfutter. Ihr müsstet euch regelrecht anstrengen, um von einem solchen Computergegner erledigt zu werden. Dennoch sind diese Soldaten gerade für Einsteiger gut geeignet, denn so werden Shooter-Einsteiger nie demotiviert und finden sozusagen auch immer mal wieder ein Korn.

Deathmatch und Herrschaft

Der Umfang von Titanfall ist zufriedenstellend. Die Karten sind abwechslungsreich. Mal spielt ihr in der Wüste mit Drachen und ein andermal verschlägt es euch in einen karibischen Dschungel der an Assassin’s Creed: Black Flag erinnert. Allerdings könnte es den ein oder anderen weiteren Spielmodus geben. Im Großen und Ganzen gibt es nämlich nur einige Team Deathmatch-Abwandlungen und einen Herrschafts-Modus bei dem ihr sogenannte Hardpoints erobern müsst. In “Last Titan Standing” könnt ihr euch dann noch mit vielen Titans und nur einem Leben auf den Karten messen. Das war es dann aber auch schon. Richtige Innovation gibt es hier nicht. Gerade wenn man bedenkt, wie viele Spielmodi ein Call of Duty bietet, wird man hier ein wenig enttäuscht sein. Künftiger Download Content könnte hier aber natürlich noch weitere Abwechslung reinbringen.

Mit schnellen Wandläufen und Doppelsprüngen versucht ihr eure Gegner auszutricksen.

Mit schnellen Wandläufen und Doppelsprüngen versucht ihr eure Gegner auszutricksen.

Technisch fällt auf, dass das Spiel ungemein flüssig läuft. Mit 60 Bildern pro Sekunde fallen euch keinerlei Ruckler oder Ungereimtheiten auf. Leider ist Titanfall auf der Xbox One aber nicht mit vollen 1080p am Start. Angesichts des ansonst beeindruckenden Gameplays, macht dies allerdings nichts aus. Überall passiert etwas auf dem Schlachtfeld und auch der Sound ist beeindruckend, auch wenn er hier nicht an ein Battlefield-Spiel rankommt. Im Vergleich zu Battlefield fällt auch auf, dass die Umgebungen leider nicht zerstörbar und dadurch eben sehr statisch sind. Dennoch macht Titanfall im Gesamten einen guten technischen Eindruck.


8.0/10
Durch immer gleiche Call of Duty- und Battlefield-Spiele ist das Shooter-Genre mehr als angestaubt. Titanfall ist nicht der große Revolutionär, bringt aber frischen Wind in diese Art von Spiel. Die schnellen und hektischen Gefechte fordern euch dauerhaft und lassen kaum Zeit für eine Pause. Zudem läuft das Spiel angenehm flüssig und bietet sowohl für Einsteiger als auch Shooter-Profis die richtige Herausforderung. Wer also Battlefield 4 oder Call of Duty Ghosts schon längst weggelegt hat, sollte unbedingt einen Blick auf Titanfall werfen!

titanfall.com/de (Offizielle Webseite)

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Getestet wurde die Xbox One-Version.