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Test: Die Sims 4

Nach unzähligen Add-Ons und Spiel-Updates für den dritten Teil der Sims-Serie, ist es nun Zeit für Die Sims 4. Bei den letzten großen Updates der Serie machte das Gameplay und die Technik immer große Sprünge. Auf den ersten Blick mag das beim vierten Teil jetzt nicht mehr so sein. Lohnt sich das Update trotzdem?

Es simt wieder

Die Sims feierten in diesem Jahr Jahr ihr 14-jähriges Jubiläum. Im Februar 2000 erschien der erste Teil der Erfolgsserie von Maxis und in den vergangenen Jahren sollte wirklich jeder schon einmal von der Serie gehört haben. Die Lebenssimulation gab es für so gut wie jede Plattform. Das Spielprinzip muss man heutzutage also wohl niemanden mehr erklären. Man erstellt sich einen sogenannten Sim oder gleich eine ganze Familie, baut ein Haus und befiehlt ihnen dann, was sie zu tun haben. Das Prinzip ist einfach und hat sich auch schon in den letzten Teilen als erfolgreich bewährt. Wo sind aber die Änderungen im Gameplay?

Die Sims 4 Screenshot Nachtclub

Die erste Neuerung wird euch bereits in den ersten Spielminuten im Tutorial nähergebracht. Der Editor zum erstellen eines virtuellen „Menschen“ wurde um einiges vereinfacht. Ihr könnt nun einfach durch drehen, ziehen und bewegen der einzelnen Körperteile euer virtuelles Ich oder euren Traum-Sim erstellen. Nerviges Rumgeklicke in langen Listen mit ähnlich aussehenden Gesichtsformen ist nun also nicht mehr unbedingt nötig. Zudem wirkt das Spiel ein wenig steriler. Hintergründe sind oft einfach weiß oder mit einem leichten hellen Farbverlauf gestaltet. Auch die Nachbarschaften auf der Übersichtskarte an sich sind in einem einfachen aber dennoch modernen Stil gestaltet.

Auch beim Baumodus und beim Einrichten einer Wohnung haben die Entwickler einige Details geändert, die sich vor allem an Einsteiger richten. So können nun auch ganze Häuser auf einmal bewegt werden oder schon vorgefertigte Räume einfach ans Haus gebaut werden. Durch Möbel und Gegenstände klickt ihr euch nun in verschiedenen Übersichten und auch eine Suche ist nun enthalten. Viele kleinere Detailänderung wie beispielsweise, dass man nun ein Fundament auch nachträglich unters Haus bauen kann, werden vor allem langjährige Fans der Serie freuen.

Deine eigene Sitcom

In den ersten Spielminuten merkt man bereits, dass das Spiel sehr rund läuft. Es fühlt sich stabiler an als die Release-Version von Sims 3. Ladezeiten sind vorhanden, auch bei kleineren Wechseln im Gebiet, aber oft nur wenige Sekunden. Insgesamt wurde alles ein wenig optimiert und man muss auch beim Speichern nicht mehr gefühlt mehrere Minuten abwarten. So schön diese ersten Eindrücke bei der Performance sind, desto enttäuschender sind aber die fehlenden Elemente, die vor allem Sims-Veteranen sofort auffallen werden. Schon vor Release machten viele News die Runde, dass große Funktionen wie Kleinkinder oder Swimming-Pools fehlen würden. Jetzt nach dem Release ist klar, dass man die Liste mit fehlenden „Features“ noch stark erweitern kann. Es gibt auch keine Tageszeitungen mehr, keine Babysitter, keine Geschirrspüler und auch keine Möglichkeit das Terrain anzupassen. Das mag auf den ersten Blick ernüchternd klingen. Allerdings ist Sims 4 trotz vieler fehlenden Funktionen aus den alten Teilen immer noch sehr umfangreich. Man wird alle Hände voll zu tun und zu entdecken haben und auf dem Bildschirm ist immer was los. Somit sind die fehlenden Elemente vielleicht doch nicht so tragisch, wie anfangs vermutet. Vielleicht werden sie in Zukunft ja auch noch in kostenlosen Updates nachgereicht. Beim neuesten SimCity zeigte Electronic Arts ja durchaus, dass kostenloser Download Content auch heutzutage noch existieren kann. Sollten die angesprochenen Funktionen aber doch mit kostenpflichtigen Erweiterungen nachkommen, wäre das mehr als schade.

Die Sims 4 Screenshot

Apropos SimCity. Die Städtebau-Simulation aus dem Sims-Universum sorgte mit Online-Zwang und anderen Einschränkungen für negative Schlagzeilen. Bei Sims 4 hat Entwickler Maxis und Electronic Arts dazugelernt. Einen Onlinezwang gibt es nach einmaliger Aktivierung nicht. Sogar Support für Modifikationen hat es in das Spiel geschafft. Heutzutage kein Standard mehr bei Titeln großer Publisher. Dann ist da aber auch noch die Community-Galerie. Hier lassen sich erstellte Familien, Häuser und mehr teilen. Es gibt sowohl offizielle Inhalte von Maxis als auch unzähliger Content von anderen Spielern. Sucht man nach bekannten Politikern wie Angela Merkel oder Barack Obama oder sucht bekannte Stars, findet man auch schon jetzt wenige Tage nach dem Launch viele Sims-Figuren, die den Persönlichkeiten gleichen. Ein großer Spaß also auch mal ein Haus zu bauen, in das man die deutsche Bundeskanzlerin und den amerikanischen Präsidenten einziehen lässt.

Wo ist der große Sprung?

Eine weitere große Neuerung sind die Emotionen der Sims. Diese werden nun dauerhaft eingeblendet und haben auch einen Einfluss auf die Darstellung im Spiel sowie die möglichen Interaktionen. Sollte unser Sim beispielsweise eine Karriere in der Malerei anstreben, wäre es optimal, wenn er im Gemütszustand „Inspiriert“ zur Arbeit geht. Dann lockt schon bald eine Aufstiegschance und dadurch natürlich ein höheres Gehalt. Des Weiteren ist es nun auch möglich, dass die Sims ihre Interaktionen gemeinsam durchführen. Sitzen sie beispielsweise am Esstisch, können sie nun auch gleichzeitig miteinander reden oder andere soziale Interaktionen durchführen. Oder der Sim nimmt sein Essen einfach in die Hand und schaut nebenbei Fernsehen. Dadurch wird das Spiel noch ein wenig komplexer und man hat mehr Möglichkeiten die Bedürfnisse der Sims zu erfüllen, was natürlich an erster Stelle steht.

Die Sims 4 Screenshot Nacht

Technisch sieht Sims 4 auf den ersten Blick nicht unbedingt stärker aus als der dritte Teil. Die Entwickler konzentrierten sich nun nicht auf einen möglichst realistischen Grafik-Stil, sondern wollen den Titel mehr in einer Art Comic-Grafik glänzen lassen. Das gelingt ihnen auch sehr gut. Der Stil ist ansehnlich und passt zum gesamten Setting des Spiels. Durch den einfachen Comic-Stil folgen auch nur geringe Systemanforderungen. Wer schon den dritten Teil gut spielen konnte, sollte auch ein flüssiges Spielerlebnis mit Sims 4 haben. Auch die Animationen und Soundeffekte sind gewohnt humorvoll gestaltet und nur teilweise nerven kleinere Clipping-Fehler.


7.5/10
Die Sims 4 erfindet die Serie natürlich nicht neu und bringt auch keine wirklich riesigen Neuerungen mit ins Spiel. Der Titel ist eher eine große moderne Aktualisierung des Sims-Franchises mit vielen kleinen Detailänderungen, die vor allem Fans freuen werden. Fehlende Funktionen aus dem Vorgänger hingegen, werden Fans vermissen. Insgesamt läuft das Spiel aber rund ohne nervige Fehler, sieht schick aus und macht einfach Spaß. Mehr hat doch auch niemand erwartet, oder?

thesims.com (Offizielle Webseite)

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Getestet wurde die PC-Version.