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Test: FIFA 15

Linoel Messi kann einen weiteren Hattrick zu seinen Erfolgen zählen. Zum dritten Mal in Folge schmückt er das Cover der Fußball-Simulation FIFA. Seit Ende September steht mit FIFA 15 der neueste Serienteil in den Händlerregalen und auch dieses Jahr stellt sich wieder die Frage, wie Electronic Arts die Simulation verbessert hat.

Messi gut, alles gut

Messi ist wieder auf dem Cover also ist auch wieder alles beim Alten oder? Weit gefehlt! Tatsächlich hat es Electronic Arts wieder geschafft einige neue Features ins Spiel einzubauen. Es grenzt ja schon fast an ein Wunder, dass es die Entwickler es jedes Jahr aufs Neue schaffen angebliche Kaufgründe für die Simulation zu finden. Kuriose Features wie „Emotional Reactions“, „Match Presentation“ oder „Total Ball Control“ sind in der diesjährigen Ausgabe die Highlights. Aber was verbirgt sich dahinter?

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FIFA-Veteranen werden wieder einmal merken, dass tatsächlich am Gameplay geschraubt wurde. Sieht es für Gelegenheitszocker jedes Jahr nach dem gleichen Spiel aus, lernen Fußball-Fans die neuen Funktionen zu schätzen. Die neuen Emotionen fallen euch beispielsweise bereits nach dem ersten (vergeblichen) Torschuss auf. Schießt ihr den Ball nur knapp an der Latte vorbei, wird sich der Spieler sichtlich ärgern. Bei energiegeladenen Situationen wirft er sich unter Umständen aus Enttäuschung auf den Boden. Bei nahen Aufnahmen spiegeln sich die neuen Emotionen auch im Gesicht des Spielers wieder. Bei Zweikämpfen zeigen die Fußballer ein verbissenes aggressives Gesicht. Aus der Nähe wirkt das aber teilweise sogar ein wenig satirisch überzogen. Im normalen Spiel mit einer entfernten Sichtweise fällt das aber nicht so genau auf.

Den Entwicklern lag es auch am Herzen die Spiele noch flüssiger zu gestalten. Dazu gehört, dass beispielsweise bei Einwürfen das Spiel nur in Ausnahmen unterbrochen wird. Fällt der Ball ins Aus, bleibt die gewohnte schwarze Blende aus. Vielmehr rennt ein Spieler nun vom Feld direkt zum Ball im Aus oder bekommt eine Kugel von einem Balljungen zugeworfen und platziert sich dann am Einwurfpunkt.

Die Evolution der Stadien

Auch bei den Stadien gibt es einige Neuerungen zu bestaunen. Zum einen nutzt sich der Rasen nun ab. Grätscht ihr oft, wird das Spuren im Gras hinterlassen. Genauso wird er bei Regen noch mehr strapaziert und abgenutzt. Eine von vielen kleinen Änderungen auf dem Platz, die FIFA 15 noch ein weinig realistischer machen sollen. So gibt es nun auch animierte LED-Werbebanden und die Fernsehkameras und Kameramänner spielen eine wichtigere Rolle. Am Rand könnt ihr des öfteren einen Kameramann begutachten, der mit seiner Steadycam einige Aufnahmen tätigt, die ihr dann so auch teilweise wiederum eingeblendet bekommt. Auffällig sind auch die Außenaufnahmen mancher Stadien. Dies gab es ja bereits im diesjährigen FIFA WM-Spiel. Der neueste FIFA-Ableger legt bei den Stadienmodellen aber noch eine Schippe drauf.

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Auch die Zuschauer wirken nun um einiges individueller. Schaut man mal abseits des Rasens auf die Tribünen kann man eine Menge unterschiedlicher Gesichter erkennen. Die Tage von einheitlichen Fan-Kopien sind also gezählt. Wer wirklich ganz genau hinschaut, wird aber noch immer Kopien entdecken. Allerdings kann man das verschmerzen. Alles Wichtige passiert ja ohnehin auf dem Platz und hier stimmt das Gameplay nach wie vor. Hier gibt es spürbare Verbesserungen bei der Ballkontrolle und bei der Spielgeschwindigkeit. Bei den Spielmodi gibt es keine großen Überraschungen. Im Vergleich zur Eishockey-Simulation NHL 15 ist bei FIFA alles wieder an Bord. Manches wurde aufgefrischt, wie beispielsweise der Skill-Modus. Hier könnt ihr euch an einigen neuen Skill-Spielen probieren und die Steuerung trainieren. Vor allem eine gute Möglichkeit für Einsteiger.

Mensch Buschi

Der größte Kritikpunkt bei FIFA 15 sind die Kommentatoren. Mal wieder sind Frank Buschmann und Manni Breuckmann mit von der Partie. Leider ist aber auch dieses Jahr keine wirkliche Verbesserung bei der Kommentierung der Spielszenen zu sehen. Die FIFA-Serie hat sich jedes Jahr kontinuierlich weiterentwickelt. Nur die Leistung der Kommentatoren wirkt einfach starr. Viele der Sprüche hat man einfach schon zu oft gehört und oft folgen die beiden Sportexperten nicht einer geraden Linie. Jedes Spiel gibt es außerdem die gleichen oder sehr ähnliche Infos über den Ballbesitz, den nächsten Gegner in der Liga oder die Arena bzw. den Club. Das ist schade und Electronic Arts sollte sich dieser Baustelle auf jeden Fall im nächsten FIFA-Teil annehmen.


8.5/10
FIFA 15 ist erneut eine kluge Weiterentwicklung der Fußball-Simulation. Dank vieler kleiner Detailverbesserungen wirkt das Spiel noch realistischer und das Gameplay ist nach wie vor tadellos. Ob Gelegenheitszocker die vielen Detailänderungen aber wirklich bemerken werden, kann bezweifelt werden. Für FIFA-Profis wird sich aber auch der diesjährige Serienteil wieder ein Pflichtkauf.

easports.com/de/fifa (Offizielle Webseite)

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Getestet wurde die Xbox One-Version.