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Test: Jawbone UP24

Ich bin heute 6.523 Schritte gelaufen und habe heute Nacht sehr viele Tiefschlafphasen gehabt. Woher ich das weiß? Das verrät mir mein kleines Armband. Das Jawbone UP24. Sogenannte Wearables – also kleine Computer, die man leicht am Körper tragen kann – werden in den letzten Monaten immer populärer. Spätestens seit Apple vor einigen Wochen die Apple Watch enthüllt hat, stehen diese kleinen tragbaren Smartwatches und Fitnesstracker im Rampenlicht. Jawbone ist auf dem Markt der Fitnessbändchen schon fast ein alter Hase. Ende 2011 wurde die erste Version des Aktivitätstrackers UP veröffentlicht. Was das Jawbone UP24 ausmacht, verraten wir euch in diesem Artikel.

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Im Lieferumfang des Geräts befindet sich neben dem eigentlichen Armband nur noch ein kleiner USB-Adapter sowie der übliche Papierkram. Einen Kritikpunkt der ersten Version des Bandes hat Jawbone mit dem UP24 behoben. Das UP24 bietet im Vergleich zur ersten Version eine Bluetooth-Konnektivität. Den Vorgänger musste man noch umständlich per Kopfhörereingang synchronisieren, jetzt geschieht das alles drahtlos.

Bevor man aber natürlich Daten synchronisieren kann, geht es zuerst an die Einrichtung des Gadgets. Das ist auch wirklich kinderleicht. Man benötigt nur die passende App (iOS, Android und neuerdings auch Windows Phone werden unterstützt) und diese Anwendung führt einen dann durch den Einrichtungsprozess. Dazu muss das Band per Knopfdruck aktiviert werden und per Bluetooth wird dann eine Verbindung hergestellt. Jetzt muss man noch ein Benutzerkonto bei Jawbone anlegen (oder man loggt sich mit bestehenden Daten ein) und gibt einige wenige Daten preis. Beispielsweise das Alter und das Gewicht. Die App zeigt dann, welche Durschnittswerte ein Mensch gleichen Alters und Verfassung täglich erreichen sollte. Das Band ist in der Lage Schritte und Schlafphasen zu erkennen. Also erklärt es mir, dass ich möglichst täglich 10.000 Schritte tätigen und 8 Stunden schlafen sollte.

Das Jawbone UP24 ist in verschiedenen Farben erhältlich. Es besteht aus einer Art Gummi, das allerdings weder streng riecht noch ein unangenehmes Gefühl auf der Haut hervorruft. Angelegt wird das Band einfach indem man es über die Hand auf das Armgelenk streift. Es ist also leicht biegbar, allerdings sollte man es nicht zu stark dehnen um die Elektronik im Inneren nicht zu beschädigen. Ist es einmal am Handgelenk sitzt es aber auch sehr fest. Herunterschütteln ist nicht möglich und durch das kaum spürbare Gewicht macht es auch nicht unangenehm auf sich aufmerksam. Lediglich beim An- und Ausziehen von Oberteilen kann es passieren, dass Kleidung an dem Band hängen bleibt. Ein großes Problem ist das aber nicht. Dafür wirkt das UP24 ausreichend robust. Es ist sogar ein wenig wasserresistent. Händewaschen ist kein Problem und sogar Duschen soll möglich sein. Bei Letzterem habe ich das Band aber doch immer abgenommen. Schwimmen oder das Untertauchen unter Wasser soll dem Band hingegen sicher nicht guttun. Hier sollte es also immer abgenommen werden.

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Am einen Ende des Bandes ist ein kleiner Knopf zum Auslösen bestimmter Funktionen und an der anderen Seite kann man eine kleine Abdeckung abmachen. Hier verbirgt sich dann ein kleiner Anschluss, den man mit dem beiliegenden Adapter zu einem USB-Anschluss erweitern kann. So wird das Band dann aufgeladen. Das dauert nie länger als eine halbe Stunde. Jetzt kommt der große Pluspunkt des Jawbone UP24. Voll aufgeladen hält der Akku nämlich mit dem neusten Firmware Update ganze 14 Tage. Damit kann man das Band immer fast zwei Wochen durchgängig tragen und muss es dann nur kurz zum Aufladen abnehmen.

Wie oben bereits erwähnt trackt das Band Schritte und Schlafphasen. Hierbei macht es auch eine gute Arbeit. Natürlich werden die Schrittzahlen nie hundertprozentig stimmen, man bekommt aber einen guten Überblick über seine tägliche Aktivität. In der App kann man sich einen Überblick über seinen Tag anzeigen lassen und wann man wie viele Schritte gemacht hat. Auch die Schlafphasen sind eingebunden und die App zeigt, wann man eine Tiefschlaf- und Leichtschlafphase gehabt hat. Mit Angabe der Uhrzeiten kann das durchaus eine interessante Sache für zwischendurch sein. Nützlich wird das aber mit dem Schlafphasenwecker. Hier kann man dem Band beibringen, dass man täglich zwischen 7:30 und 8:30 Uhr geweckt werden möchte. Der Wecker wird jeweils dann klingeln, wenn man gerade nicht in einer Tiefschlafphase ist. So wird man nicht durch lautes Klingeln des Weckers aus dem Schlaf gerissen. Das Band piept nämlich nicht sondern vibriert nur leicht am Handgelenk. Mich hat die Vibration täglich gut geweckt.

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Wer Abnehmen möchte, kann der App auch noch täglich eintragen welche Speisen er zu sich genommen hat. Hier ist auch die Angabe eines Wunschgewichts möglich. Dabei greift Jawbone auf eine riesige Datenbank zurück, bei der man vor allem bei bekannten Speisen von Fast Food-Ketten oder bei Fertiggerichten leichtes Spiel hat. Bei eigenen Gerichten oder Speisen im Restaurant findet man wohl nicht immer den perfekten Datenbankeintrag. Dennoch gibt die App dann einen Überblick über die eingenommenen Kalorien und mehr. Alles zusammen wird mit den Aktivitätsdaten in der Cloud synchronisiert. Das mag für den ein oder anderen ein mulmiges Gefühl sein. Jawbone verspricht aber natürlich, dass die Daten privat bleiben und auf der Webseite ist ein Download der hochgeladenen Daten sowie eine Löschmöglichkeit vorhanden. Trotzdem schade, dass man nicht wenigstens die Möglichkeit anbietet auch die Daten nur lokal auf dem Smartphone zu haben. Dafür gibt einem die Cloud aber immer wieder Tipps zur Ernährung und Aktivität und versucht den Bandträger zu motivieren. So gibt es beispielsweise Erfolge, wenn man mehrmals hintereinander ein Aktivitätsziel erreicht oder eine bestimmte Anzahl an Schritten absolviert.

Wer einen Überblick über seine tägliche Aktivität haben möchte, ist mit dem Jawbone UP24 insgesamt gut beraten. Die Qualität des Armbandes macht einen soliden Eindruck, die moderne App arbeitet stabil mit dem Band zusammen und es gibt nette Zusatzfunktionen wie das Wecken zur besten Schlafphase. Durch das geringe Gewicht fällt das Band im Alltag kaum auf und auch die Akkulaufzeit von 14 Tagen muss man hervorheben. Das UP24 ist nicht das günstigste Aktivitätsarmband. Dafür aber eines der Besten.

– Stabile moderne App
– 14 Tage Akku-Laufzeit
– Schlafphasen-Wecker
– Drahtlose Synchronisierung
– Sehr leicht und bequem zu tragen
– Daten müssen in die Cloud
– Aufladen nur mit Adapter

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