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Test: NHL 15

Die Entwickler von NHL haben auf den ersten Blick alles richtig gemacht. Letztes Jahr verzichteten sie auf eine Spielversion für die Xbox One und Playstation 4. Damit hatten sie nun also genug Zeit das Eishockeyspiel solide auf die neuen Plattformen zu bringen. Fühlt sich der Titel wie ein Neuanfang an?

Eiskalt aussortiert

Auf den ersten Blick hat sich beim Spiel kaum was geändert. Beim ersten Spielstart wählt ihr wieder eure Lieblingsmannschaft und danach wirft euch NHL 15 sofort aufs Eis. Hier könnt ihr nun das erste Mal an das Gameplay Hand anlegen. Danach geht es ab ins Menü und dort werden Fans der Serie sich ein wenig wundern. In NHL 15 macht das Menü nämlich bisher noch einen recht sterilen Eindruck. Die Tatsache, dass ein NHL-Trailer ein eigener Menüpunkt ist, zeigt, dass hier an einigen altbekannten Spielmodi gespart wurde. Spielmodi, die in vergangenen Spielversionen eingeführt wurden, wie „Be A Legend“, „Winter Classics“ oder den NHL 94-Modus sucht man vergeblich. Grundsolide Spielmodi wie einen Karriere-Modus, „Be A Pro“ und die Möglichkeit ein schnelles Spiel an der Konsole oder online zu starten gibt es natürlich. Auch das Nachspielen vergangener toller NHL-Momente ist noch möglich. Schade ist, dass es keinen richtigen Trainingsmodus gibt, um die komplexe Steuerung zu trainieren oder auch Tutorials, die einem wichtige Spielzüge erklären. Der Wegfall der vielen Spielvariationen wirkt enttäuschend. Electronic Arts hat bereits versprochen einige Spielmodi in kostenlosen Updates nachzuliefern und hat damit bereits in den ersten Wochen nach Release begonnen. Unter anderem kam beispielsweise der Playoff-Modus hinzu. Schmerzlich vermisst man immer noch einen reinen Saison-Modus.

NHL-15-Screenshot

Die erste neue Änderung im Spiel fällt euch bereits beim ersten Match auf. Es gibt neue Kommentatoren. Diese liefern allerdings nicht nur ihre Stimme fürs Spiel sondern auch ihr Gesicht. Doc Emrick und Eddie Olczyk von NBC Sports haben einige Videos vor einem Greenscreen aufgenommen, die dann ins Spiel projiziert werden. Das sieht dann so aus als wären die beiden wirklich in der Arena und besprechen sich für das anstehende Spiel. Videoprofis werden erkennen, dass die beiden per Greenscreen eingefügt wurden. Im Großen und Ganzen hat Electronic Arts hier gute Arbeit geleistet. Keine Überraschung: Natürlich sprechen die beiden englisch. Ohne Untertitel. Dazu gibt es oft bei amerikanischen Teams Außenaufnahmen der Stadien, die versuchen das virtuelle Spiel mit echten Videoaufnahmen zu verschmelzen. Eine nette Beigabe.

Flatternde Trikots

Was ist nun neu im Gameplay von NHL 15? Durch die bessere Leistung der neuen Konsolen könnte Electronic Arts hier noch eine große Schippe drauflegen. So riesig ist der Unterschied im Gameplay aber nicht. Die Neuerungen liegen – wie bei jedem jährlichen Update – im Detail. Hinter grandiosen Namen wie „12 Player NHL Collision Physics“ verspricht der Publisher wieder revolutionäre Eishockey-Features. Die Spieler sollen nun noch authentischer rüberkommen. Das wird unter anderem dadurch erreicht, dass sie nun eigentlich aus drei Teilen bestehen. Der Körper, die Ausrüstung und das Trikot werden unabhängig voneinander simuliert. Ja richtig gehört, auch das Trikot. Das führt dazu, dass die Sportkleidung der Eishockeyprofis bei schnellen Bewegungen im Wind flattert. Manchmal wirkt das ganze schon ein wenig übertrieben.

NHL-15-Screenshot-2

Ebenfalls verbessert wurde die Mimik der Spieler beziehungsweise die Emotionen nach Spielzügen. Auch neue Torjubel werden geboten. Beim Gameplay ist Electronic Arts wieder eine kluge Weiterentwicklung gelungen aber kein wirklich großer Schritt. Auch beim Spielumfang ist der Titel – bis auf die vielen fehlenden Spielmodi – auf gleichbleibend gutem Niveau. Unzählige (unbekannte) Eishockey-Mannschaften aus der ganzen Welt haben ihren Weg ins Spiel gefunden. Natürlich auch wieder aus der deutschen DEL-Liga. Hier könnt ihr auch mit lokalen Mannschaften wie den Augsburger Panthern oder den Kölner Haien spielen.

Tausende Zuschauer

Die Gesamtpräsentation von NHL 15 ist auch dieses Jahr wieder ausgezeichnet. Auffallend ist das verbesserte Publikum, das wohl durch die bessere Leistung der Konsolen nun auch wirklich wie ein großer Haufen unterschiedlicher Menschen wirkt. Vorbei sind die Zeiten von kopierten Eishockey-Fans. Der Publisher verspricht über 9.000 individuellen Zuschauermodelle und tatsächlich kann man abseits der Eisfläche nun verschiedene Zuschauer begutachten. Das führt auch dazu, dass die Emotionen der Zuschauer noch ein wenig besser sind. Bei Toren, großartigen Checks oder kritischen Spielsituationen gehen die Zuschauer nun richtig mit und feuern euch an oder buhen euch aus. Ein wenig enttäuschend ist aber, dass der Lizenzsoundtrack zurückgefahren wurde. Im Menü gibt es nur eine sterile Standardmusik. Außerdem wäre es schön gewesen, wenn das Menü auf der neuen Konsolengeneration ein wenig flüssiger reagiert. Es reagiert immer noch ein wenig träge auf eure Eingaben.


7/10
NHL 15 für die neue Konsolengeneration wäre eigentlich die perfekte Eishockey-Simulation. Wenn das Spiel nur nicht im jetzigen Zustand durch die vielen fehlenden Spielmodi einen faden Beigeschmack hätte. Electronic Arts hat hier schon versprochen mit kostenlosen Updates nachzubessern und hat dies in den ersten Wochen nach Release auch bereits getan. Für Erstkäufer war der Titel jedoch enttäuschend. Beim eigentlichen Gameplay gibt es kaum etwas zu bemängeln. Die Spieler wirken noch ein wenig realistischer, die gesamte Atmosphäre ist endlich dank abwechslungsreicherem Publikum großartig und das Gameplay macht Spaß. Aber leider fehlen (noch immer) abwechslungsreiche Spielmodi.

easports.com/de/nhl (Offizielle Webseite)

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Getestet wurde die Xbox One-Version.