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Test: Forza Horizon 3

Forza Motorsport stand eigentlich immer für realistische Fahrsimulationen. Mit dem Ableger Forza Horizon hat sich dies 2012 aber geändert, denn hier standen möglichst spaßige Rennen auf dem Plan. In Forza Horizon ging es nie darum, ein möglichst realistisches Spielgeschehen auf den Bildschirm zu zaubern, sondern einfach nur darum, beim Fahren Spaß zu haben. Für die Xbox One steht nun seit geraumer Zeit der dritte Teil der Serie in den Händlerregalen. Setzt Forza Horizon 3 beim Spielspaß noch einmal eine Schippe drauf?

Amerika, Europa und nun Australien

In Forza Horizon geht es jeweils um ein sogenanntes Horizon-Festival. Ein Event bei dem sich reiche Schnösel aus der ganzen Welt mit ihren teuren Superschlitten treffen und haarsträubende Rennen fahren. Im ersten Teil war das Festival noch in Amerika zu Gast, im zweiten Teil in Europa und nun geht es auf den dritten Kontinent: Australien.

Diesmal seid ihr aber nicht einfach Teilnehmer am Event. Nein, ihr seid gleich der Veranstalter. Auf euch lastet also ein großes Stück Verantwortung. Gut, dass ihr viele Mitarbeiter habt, die euch bei der grundlegenden Organisation helfen. So müsst ihr oft nur kleine Entscheidungen treffen und könnt euch im Großteil des Spiels auf das Wichtigste konzentrieren: Den Spaß am Fahren.

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Als Veranstalter des Rennens müsst ihr entscheiden, wo die nächsten Festivals aufgebaut werden und welche Upgrades ihr den Orten spendiert. Aufrüsten könnt ihr sie, indem ihr Fans gewinnt. Die gewinnt ihr wiederum, indem ihr eine Menge Rennen gewinnt oder PR-Stunts durchführt. Dies sind beispielsweise waghalsige Stunts, schwierige Drifts oder ihr heizt einfach so schnell wie möglich an einem Blitzer vorbei. All das bringt nicht nur Erfahrungspunkte und Geld für neue Autos, sondern eben auch Fans, die euer Festival wachsen lassen.

Unendliche Weiten

Australien ist als dritter Kontinent in der Spieleserie wie gemacht für das virtuelle Festival. Die Karte wurde im Vergleich zum Vorgänger spürbar vergrößert. Ihr könnt an Stränden oder kleinen Dörfern vorbeifahren oder ihr heizt mit eurem Truck durch die brennend heiße Wüste. Auch eine größere Stadt und Waldregionen sind vorhanden, in denen ihr ebenfalls unzählige Rennen fahren könnt. Abwechslung bei den Rennen ist also geboten, es gibt asphaltierte Straßen oder buckliges Gelände. Positiv fällt auch auf, dass die Karte zwar groß aber nicht zu groß geworden ist. Wenn ihr von einem Event zum nächsten fahrt, sind die Distanzen nie nervig. Gewöhnungsbedürftig ist dagegen der Linksverkehr in Australien. Hier müsst ihr kurz umdenken, wieso dauernd Autos auf der falschen Seite entgegenkommen. Aber gut. So ist es halt in Australien.

Wie schon bei den Vorgängern ist in Forza Horizon 3 wieder alles vernetzt. Stellt ihr einen neuen Geschwindigkeitsrekord an einem Blitzer auf, werden euch sofort die Bestzeiten euer Xbox-Freunde am unteren Spielfeldrand präsentiert. Entdeckt ihr neue Straßen oder zerstört Sammelobjekte, wird eure aktuelle Statistik sofort mit der eurer Freunde verglichen. Das spornt natürlich ungemein an. Auch sonst sind natürlich wieder die sogenannten Drivertare an Bord. Fahrt ihr ein Rennen gegen den Computer, ist es eigentlich das Fahrverhalten eurer Freunde beziehungsweise unbekannter Xbox-Spieler. Jeder andere Teilnehmer an einem Rennen basiert auf einem echten Gamertag und dem Fahrverhalten des Nutzers, zu dem der Gamertag gehört. Auch das ist natürlich wieder ungemein anspornend, wenn ihr Freunde aus eurer Freundesliste überholen könnt, obwohl diese gerade gar nicht online sind. Apropos Online. Am Multiplayer haben die Entwickler von Forza Horizon 3 auch nochmal geschraubt. Die gesamte Kampagne könnt ihr nun auch kooperativ mit bis zu vier Freunden spielen. Online rast ihr dann zusammen über die große Map und zerstört Sammelobjekte oder startet direkt zusammen ein Rennen.

Ist Australien nicht schön?

Auch beim Umfang des Spiels haben die Entwickler nicht gespart. Unzählige Events waren auf euch. Neben normalen Rundrennen oder Sprintrennen gibt es auch sogenannte Löffellisten-Events. Hier dürft ihr eine Aufgabe durchführen, die bestimmt auch auf eurer „Löffelliste“ steht (also etwas, das ihr unbedingt noch tun wollt, bevor ihr „den Löffel abgebt“). Beispielsweise mit einem superschnellen Sportwagen möglichst weit schanzen oder eine ganze Baustelle mit einem Auto zerstören. Dazu gibt es auch noch die erwähnten PR-Stunts oder ihr fordert Rivalen heraus. Neu sind auch illegale Straßenrennen. Hier kommt zwar nicht wirklich ein „Need for Speed“-Gefühl auf, gelungene Abwechslung sind sie aber auf jeden Fall.

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Detailverliebtheit sieht man auch bei der Technik. Alle Autos bieten eine detaillierte Cockpitansicht. In Australien gibt es einen dynamischen Tag- und Nacht-Wechsel und vor allem die Wettereffekte überzeugen. Besonders viel Mühe hat man sich sichtlich bei der Darstellung des Himmels gegeben. Die unzähligen Varianten sehen nämlich nahezu fotorealistisch aus. Kein Wunder, denn die Entwickler haben tausende echte Fotos aus Australien genutzt, um den Himmel zu generieren. Auch sonst weiß die Grafik zu überzeugen, ohne Einbrüche bei der Framerate oder sonstigen Aussetzern. Forza Horizon 3 ist sicherlich das Rennspiel mit der bisher besten Grafik. Dafür nimmt man gern auch die etwas längeren Ladezeiten in Kauf, die nie wirklich nerven aber eben spürbar da sind. Zu loben gilt auch die Lokalisation. Das Spiel ist komplett eingedeutscht und die Sprecher machen einen guten Job. Mitgeliefert werden wieder verschiedene Radiosender, die vor allem Indie und elektronische Musik spielen. Aber auch ein Rocksender ist an Bord oder ihr nutzt den Klassiksender, der Mozart und Beethoven spielt. Bei manchen Rennen kann gerade solche Musik die nötige Spannung erzeugen. Wer Groove Musik, den Streamingdienst von Microsoft, nutzt, kann auch direkt seine Playlists ins Spiel mitnehmen. Coole Sache, aber eine Unterstützung anderer Streamingdienste wie Spotify wäre sicherlich nicht schlecht gewesen.


9.5/10
Forza Horizon 3 kann tatsächlich die beiden bereits gelungenen vorherigen Teile übertrumpfen. Das Rennspiel bietet immensen Umfang und aktuellste Technik. Australien als Schauplatz des Festivals ist unglaublich abwechslungsreich und an allen Ecken und Enden wurden Details verbessert. Forza Horizon 3 ist wohl das bisher beste Rennspiel für die Xbox One.

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Getestet wurde die Xbox One-Version.