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Test: Mafia 3

Die Spieleserie Mafia bringt nur sparsam neue Teile auf den Markt. Nach dem ersten Teil 2002 vergingen acht Jahre bis zu Mafia II im Jahr 2010. Nun sind wieder sechs Jahre vergangen und der dritte Teil steht zum Kauf bereit. Sind die langen Pausen zwischen den Spielen ein Zeichen für Qualität? Wir haben den dritten Teil ausprobiert.

Von einem Krieg zum nächsten

Der dritte Mafia-Teil spielt einige Jahre nach dem Vorgänger in New Bordeaux, einer Stadt die dem New Orleans von 1968 nachempfunden ist. Ihr schlüpft in die Rolle von Lincoln Clay, einem Viatnam-Veteran, der aus dem Krieg zurückkehrt. Nach dem Wiedersehen mit Freunden und Familie eskaliert die Situation in New Bordeaux. Seine Freunde und die Familie wird von der italienischen Mafia verraten und fast komplett getötet. Lincoln will Rache nehmen und die Herrschaft über die ganze Stadt übernehmen. Eure Aufgabe ist es nun, ihn beim Rachefeldzug zu unterstützen.

Helft Lincoln Clay bei seinem Rachfeldzug durch die Stadt

Helft Lincoln Clay bei seinem Rachfeldzug durch die Stadt

Auf den ersten Blick, klingt die Story nicht wirklich einzigartig. Sie ist aber dennoch der größte Pluspunkt bei Mafia III. Sie ist episodenhaft wie eine Art Dokumentation erzählt, bei der verschiedene Personen zu Lincoln und seinen Mitstreitern befragt werden. Alle Charaktere sind unglaublich detailliert gestaltet und es ist eine Freude zuzuschauen, was sie zu erzählen haben und wie sich das Leben des Protagonisten entwickelt. Da das Spiel die Ereignisse zur damaligen Zeit originalgetreu darstellen möchte, ist auch der Rassismus ein großes Thema. Lincoln als Afroamerikaner hat es in der Stadt nicht immer leicht. Hier sind viele kleine Details zu finden. Die Polizei schaut bei seinen Handlungen beispielsweise genauer hin oder er darf sich nicht lange in einem Laden aufhalten, ohne dass der Besitzer Alarm schlägt. Dem Spiel gelingt es gut, die Grausamkeit der damaligen teilweise rassistischen Gesellschaft aufzuzeigen, auch wenn es nie das eigentliche Hauptthema des Spiels ist.

Das ganze Leben ist eine Mission

Die Karte des Spiels ist etwas größer als die im zweiten Teil. Hauptsächlich seid ihr hier aber immer in einer Mission unterwegs, beziehungsweise fahrt von einem Ziel zum nächsten. Die Entwickler haben auf andere Aktivitäten in der offenen Welt verzichtet. Ihr könnt also nicht, wie in GTA, Tennis spielen oder Stunts absolvieren. Abseits der Hauptstory könnt ihr serientypisch wieder Playboy-Ausgaben und ein paar andere Dinge sammeln. Das war es dann aber auch schon an Aktivitäten neben der Hauptstory. Insgesamt wirkt das Spiel durch fehlende Möglichkeiten abseits der Story, nicht so überladen wie beispielsweise die letzten Assassin’s Creed Abenteuer. Das mag manchen Spielern gefallen, andererseits hätte man sich aber auch abseits der Missionen noch ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht. Dafür gibt es zum Schluss aber bis zu drei verschiedene Möglichkeiten für das Ende des Spiels, die auf euren Handlungen beruhen.

In der Stadt New Bordeaux könnt ihr euch frei bewegen

In der Stadt New Bordeaux könnt ihr euch frei bewegen

Die Missionen selbst sind abwechslungsreich. Mal klaut ihr Trucks oder Autos, jagt Dinge in die Luft oder überfallt eine feindliche Truppe. Eine Menge Action ist hier geboten aber auch Schleicheinsätze warten auf euch. Diese sind ordentlich umgesetzt, manchmal fällt es aber doch zu leicht, einen Gegner zu überraschen. So laufen die Computergegner z.B. immer wieder in die gleiche Falle. Von der künstlichen Intelligenz und vor allem auch der Glaubwürdigkeit her sind Spiele wie Metal Gear Solid oder Splinter Cell im Schleichmodus schon weiter.

Was ist das für 1 Technik?

Mafia III weiß also bis auf wenige sehr ähnliche Missionen zu unterhalten. Umso enttäuschender ist die schwache Technik. Unsere Xbox One-Version enthielt noch einige Fehler. Da explodieren einfach mal Autos oder sie springen einfach nicht an. Die zahlreichen Clipping-Fehler fallen da schon gar nicht mehr auf und man gewöhnt sich schon fast dran. Zudem ist die Grafik teilweise verwaschen und trist. In der Erinnerung sah da selbst Mafia II besser aus. Im Rückspiegel des Autos fühlten wir uns wegen der pixeligen Grafik auch einmal an N64-Zeiten zurückerinnert.

Weitsicht im Rückspiegel? Fehlanzeige!

Weitsicht im Rückspiegel? Fehlanzeige!

Das ist schade, da der Titel an manchen Punkten sehr liebevoll gestaltet ist. Die verschiedenen Radiosender passen perfekt in die Atmosphäre des Spiels und es macht Spaß den Dialogen zuzuhören. Auch sind einige Animationen der Figuren sind sehr gut gelungen, wobei andere wiederum fast lächerlich aussehen. Mafia III ist also leider gerade auf der technischen Seite einfach nicht fertig geworden. Unspielbar ist es keinesfalls aber es werden euch immer wieder kleinere Fehler auffallen. Man kann nur hoffen, dass die Entwickler hier noch einige Patches nachschieben. Der tollen Geschichte und Atmosphäre wären sie es auf jeden Fall schuldig!


7/10
Schade, dass Mafia III das Gesamterlebnis vor allem mit technischen Problemen trübt. Die Atmosphäre rund um die Geschichte von Lincoln Clay ist gelungen und auch die Missionen versprechen viel Abwechslung. Wer über einige Fehler im Spiel hinwegsehen kann, darf sich auf ein tolles Mafia-Spiel in den 60er-Jahren einlassen. Alle anderen sollten vielleicht noch den einen oder anderen Patch abwarten.

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Getestet wurde die Xbox One-Version.