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Test: The Elder Scrolls 5: Skyrim Special Edition

Endlich ein Elder Scrolls-Rollenspiel für die neueste Konsolengeneration! Es handelt sich aber „nur“ um eine Neuauflage des 2011 erschienen Skyrim. Die Special Edition kann man seit einigen Tagen erwerben und das Abenteuer in der Fantasy-Region Himmelsrand nochmal durchleben. Ja, ein richtiger sechster Teil der Elder Scrolls-Serie wäre uns lieber gewesen, aber dennoch macht Skyrim mit der neuesten Technik wieder richtig viel Spaß.

Fus Ro Dah

Skyrim ist ein Rollenspiel der Superlative. Wer sich ein wenig mit Videospielen auseinandersetzt, wird diese Aussage bedenkenlos unterschreiben. In seinem Erscheinungsjahr 2011 heimste es Traumwertungen ein und begeisterte Millionen Spieler auf der ganzen Welt. Die Special Edition ist eine Neuauflage des Titels, die vom eigentlichen Spiel her nichts Neues bietet.

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Ihr schlüpft in die Rolle eines von euch erstellten Charakters und findet euch plötzlich auf einer Kutsche mit anderen Gefangenen in der Provinz Himmelsrand wieder. Was genau passiert ist, erfahrt ihr schnell. Ihr erwacht in Gefangenschaft und sollt hingerichtet werden. Genau in dem Moment als euer Kopf aber vor dem Henker bereit liegt, erscheint ein Drache und greift die kleine Siedlung Helgen an in der ihr euch gerade befindet. Drachen sind in Himmelsrand eine äußerst seltene Erscheinung, sie wurden seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen. Ihr könnt während des Drachenangriffs fliehen und macht euch auf die Reise. Ihr versucht das Geheimnis der Drachen zu lüften und erlebt allerlei kleine Geschichten.

Rollenspieltypisch könnt ihr euch dabei in der Welt frei bewegen. Ihr sammelt Gegenstände, bekämpft feindliche Banditen oder wilde Tiere und redet mit Bewohnern der Region. Diese werden für euch oft auch einen der unzähligen Quests bereithalten, die es zu lösen gibt. Gerade in größeren Städten bekommt ihr viele kleinere und größere Missionen in denen ihr auch manchmal eure eigenen Entscheidungen treffen könnt. Abwechslung ist garantiert und zu tun gibt es immer eine Menge. Das ist aber genau das Rezept von Skyrim, das es so erfolgreich gemacht hat. Wo liegen denn nun die Neuerungen?

Das gewohnte Paket

Die auffälligste Neuerung gleich zu Beginn: Die Technik wurde ordentlich aufgebohrt. Sieht man Skyrim auf der Xbox 360 oder Playstation 3 das Alter doch schon an, so haben die Entwickler für die neuen Konsolen offensichtlich an einigen Schrauben gedreht. Texturen sind hochauflösender und farbenfroher. Gräser, Büsche und Bäume sind feiner modelliert und wirken dadurch realistischer. Vor allem die Lichteffekte wissen nun aber zu überzeugen. Spätestens wenn die Sonne untergeht und sich die letzten Sonnenstrahlen in den Baumwipfeln verirren, erkennt ihr spätestens, dass hier tatsächlich Arbeit reingesteckt wurde. Die technische Überarbeitung ist jedenfalls erkennbar.

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Dennoch hätte an dem ein oder anderen Ende ein wenig zusätzliche Mühe Sinn gemacht. Lichteffekte und Texturen sind zwar modern aber bei den Animationen hat sich nichts spürbar verändert. Auch bei Mimik und Gestik der Charaktere erwartet euch gewohnte Skyrim-Kost. Ärgerlich ist auch, dass ihr im Spiel immer wieder kleineren Fehlern begegnet. Das mag bei solch großem Umfang, wie Skyrim ihn hat, nicht vollkommen vermeidbar sein. Bei Rollenspielen aus dem Hause Bethesda wie z.B. auch Fallout könnte man ja schon fast sagen, dass Bugs einfach dazugehören. Dennoch ist es ärgerlich, dass solche Fehler selbst fünf Jahre nach der ersten Veröffentlichung in einer Neuauflage immer noch enthalten sind. Beispiele gefällig? Ein Charakter findet in einer Zwischensequenz nicht den richtigen Weg und stößt dauernd mit anderen Spielfiguren zusammen. In einem Kerker fallen wir plötzlich durch den Boden ins Leere und finden uns wenige Sekunden später in einen Raum zurückversetzt wieder. Oder Items auf einem Tisch fliegen plötzlich grundlos durch die Luft. Das sind aber alles keine Beinbrüche. Teilweise kann man sogar sagen, machen sie das Spiel unterhaltsamer und geben eine gewisse Prise Humor mit. Erwähnt werden müssen sie aber dennoch.

Weitere Extras

Neben dem eigentlichen Hauptspiel haben die Entwickler auch noch alle drei großen bisher erschienenen Erweiterungen zu Skyrim mit hineingepackt: Dawnguard, Hearthfire und Dragonborn. In Dawnguard gibt es die Möglichkeit, sich in einen Vampirfürst zu verwandeln oder sich einem Vampirorden anzuschließen. Bei Hearthfire gibt es die Möglichkeit, Land zu kaufen und seine eigene Hütte zu bauen und zu verwalten. In Dragonborn, dem dritten großen Erweiterungspack, wird euch erlaubt, auf Drachen zu reiten und es gibt einige andere neue Kleinigkeiten im Spiel. Alle Add-Ons sind direkt ins Spiel integriert und aktiv. Wer die Erweiterungen noch nicht gespielt hat, kann sich also auch einen Kauf überlegen. Schade ist nur, dass ihr eure Spielstände aus den alten Versionen nicht transferieren könnt. Ihr müsst also in jedem Fall von vorne anfangen.

Zu guter Letzt muss noch der Mod-Support erwähnt werden. Der ist nun auch bei den Konsolenversionen Xbox One und Playstation 4 enthalten. Hier könnt ihr euch nun direkt Modifikationen von der offiziellen Bethesda-Seite herunterladen und ins Spiel integrieren. Ganz ohne dubiose Installer oder nervige Anleitungen. Die Auswahl ist immens. Wie wäre es z.B. mit verbesserten Grafiken, Cheatmods oder Pinguinen im Spiel? In der offiziellen Datenbank gibt es derzeit über 3.400 Modifikationen. Eine tolle Dreingabe ist der Mod-Support allemal, ob es sich für euch aber rechtfertigt, hier das Spiel erneut als Vollpreistitel zu kaufen, müsst ihr selbst entscheiden.


8.5/10
Skyrim ist ein Meisterwerk. Das müssen wir hier nicht nochmal genauer ausführen. Das 2011 erschienene Rollenspiel gewann unzählige Awards und fuhr schon damals Traumwertungen ein. Die Special Edition ist genau dieses großartige Spiel inklusive aller drei großen Erweiterungen und sogar Support für Mods auf Konsolen. Was kann man da also schon falsch machen? Klar, die technische Überarbeitung hätte an manchen Enden noch besser sein können und zudem stößt man auch bei Skyrim im Jahr 2016 noch auf Bugs. Aber das gehört bei einem Bethesda-Rollenspiel doch auch irgendwie dazu, oder? Insgesamt ist die Special Edition von Skyrim ein tolles Paket, das sich niemand entgehen lassen sollte, der Skyrim bisher verpasst hat. Wer jedoch in Himmelsrand noch jeden Grashalm kennt und die umfangreichen Dialoge der Charaktere bereits mitsprechen kann, wartet dann aber doch lieber auf den nächsten großen Teil der Serie. Wirklich Neues gibt es nämlich bis auf den Mod-Support und die grafische Verbesserung nicht.

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Getestet wurde die Xbox One-Version.