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Test: Sniper Elite 4

2017 wird wieder ein Jahr der Scharfschützen. Vor Kurzem erschien Sniper Elite 4 und in wenigen Wochen steht Sniper Ghost Warrior 3 in den Händlerregalen. Im Test zum dritten Teil von Sniper Elite kamen wir zum Fazit, dass es sich um einen klassischen Stealth-Shooter, ohne große Neuerungen handelt, der vor allem Genre-Fans gefallen wird. Ändert sich bei Sniper Elite 4 nun etwas Grundlegendes?

Nach Afrika kommt Italien

Im dritten Teil wart ihr als amerikanischer Scharfschütze in Afrika unterwegs und habt gegen Nazis gekämpft, die eine Superwaffe entwickelten. Jetzt verschlägt es euch nach Italien aber sonst ist alles beim Alten. Wieder entwickeln die Nazis eine Superwaffe und ihr müsst das verhindern. Dabei schlüpft ihr wieder in die Rolle des US-Scharfschützen und schleicht euch durch allerlei Areale.

Die einzelnen Level von Sniper Elite 4 bieten dabei weitläufige Umgebungen. Zudem gibt es meistens mehrere Wege, eine Mission zu lösen. Dadurch fühlen sich die Level weniger schlauchig an als im dritten Teil. Zu Beginn einer Mission erhaltet ihr euren Auftrag und oft auch einige Nebenaufträge. Die Karte ist dann oft gespickt mit allerlei zusätzlichen Aufträgen, die ihr auf der Reise durch das Areal erledigen könnt. Interessant ist, dass ihr eure Wege durch die Map tatsächlich verschieden planen könnt. Je nachdem, für welchen Weg ihr euch entscheidet, findet ihr andere Aussichtspunkte für eure Scharfschützen-Fähigkeiten oder entdeckt andere Schleichwege. Das fördert die Wiederspielbarkeit eines jeden Levels und regt auch zum erneuten Ausprobieren einer Mission an. Die Sammelobjekte, die in jedem Level reichlich verteilt sind, sind eine nette Zugabe. Oft sind Briefe und andere Notizen, die ihr in den Städten und Dörfern des Spiels findetm sogar mit deutscher Synchronisation vertont.

Was macht ein Scharfschütze den ganzen Tag?

Scharfschützendinge! Der Alltag besteht aus dem Auskundschaften der gegnerischen Bereiche, um dann möglichst viele Gegner zu erledigen. Viel mehr hat man im Spiel auch nicht zu tun. Auch wenn die Areale ziemlich abwechslungsreich sind und es dank vieler Nebenaufträge auch einiges zu tun gibt, wird das Gameplay auf Dauer etwas eintönig. Wer aber ein Spiel mit dem Namen „Sniper Elite“ kauft, wird sich auch nichts anderes erwarten als andauernde Sniper-Action.

Dazu kommt, dass die geringen Schwierigkeitsgrade sehr leicht zu meistern sind. Das kommt vor allem Einsteigern der Serie zu Gute. Etwas trainiertere Spieler sollten aber selbst mit dem Schwierigkeitsgrad „Normal“ unterfordert sein. Dafür gibt es auch Profi-Schwierigkeitsgrade, die Zielhilfen und andere Hilfestellungen deaktivieren. Zudem ist es möglich, jeden Level auch mit möglichst wenig toten Gegnern zu lösen. Das ist sicherlich die anspruchsvollste Möglichkeit einen Level zu spielen, wird dann im Ergebnis aber auch belohnt. Wenn es doch mal brenzlig wird, hat unser Protagonist auch noch eine Waffe für kürzere Distanzen dabei. Mit einer Maschinenpistole fühlt sich das Gameplay jedoch nicht mehr so ganz gelungen an, wie mit der Scharfschützenausrüstung.

Nur nicht entdecken lassen!

Wer sich nicht entdecken lassen möchte, muss sich ordentlich Mühe geben. Da der Titel im zweiten Weltkrieg spielt, fehlen technische Errungenschaften wie besonders leise Scharfschützengewehre. Meistens sind eure Schüsse deutlich hörbar und alarmieren dutzende Gegner. Spätestens beim zweiten Schuss wissen die dann auch sofort, woher die Schüsse kamen und stürmen auf eure Position zu. Dann heißt es sich schnell aus dem Staub zu machen. Alternativ kann man Feinde auch durch laute Geräusche wie das Auslösen eines Motors ablenken oder man nutzt die Gunst der Stunde, wenn Flugzeuge über die Karte fliegen und so eure Schüsse im Lärm untergehen lassen.

Insgesamt fühlt sich das Gameplay von Sniper Elite 4 sehr rund an, auch wenn es stets die gleichen Aufgaben gibt. Die Abwechslung bei den Aufgaben könnte etwas größer sein aber die immer neuen großen Areale, eine gute Gegner-KI und viele Möglichkeiten innerhalb des Levels lassen diese Kritik nicht besonders ins Gewicht fallen.

Zwei Scharfschützen sind besser als einer

Der Singleplayer ist sicherlich das Herzstück von Sniper Elite 4. Abseits davon gibt es aber auch noch eine Menge zu entdecken. So gibt es auch einen Multiplayer- und Koop-Modus. So könnt ihr die Kampagne auch komplett mit einem Freund kooperativ spielen. Mit zwei Scharfschützen auf der Karte sind die Missionen dann gleich leichter zu lösen. Vor allem die Absprache macht hier auch besonders Spaß. So kann man Gegner in Fallen laufen lassen oder sie geschickt flankieren. Zudem gibt es neben der gesamten Kampagne noch extra Missionen für den Koop-Modus. Hier übernimmt ein Spieler die Rolle des Scharfschützen an einem weit entfernten Punkt. Der andere Spieler wird direkt ins Geschehen geworfen und muss, nur mit einem kleinen Gewehr ausgestattet, eine Mission mit der Rückendeckung des Scharfschützen erledigen. Besonders bei den Koop-Aufträgen fährt Sniper Elite 4 zur Höchstform auf.

Der Multiplayer hingegen benötigt etwas Einarbeitungszeit. Da hier alle Spieler als Scharfschützen unterwegs sind, heißt es meistens still herumliegen und darauf warten, bis sich ein Spieler bewegt. Mit schnellen Action-Shootern wie Battlefield oder Call of Duty ist das nicht zu vergleichen. Wer sich aber an die etwas gemäßigteren Multiplayer-Runden gewöhnt, kann hier durchaus noch einige Stunden Spaß haben.

Technisch ist Sniper Elite 4 eine Runde Sache. Ab und zu gibt es kleinere Ruckler, die allerdings nur einem geschulten Auge auffallen werden. Im Gegenzug erhält der Spieler eine grandiose Weitsicht auf den großen Karten und eine gute Soundkulisse. Auch die komplette deutsche Synchronisation ist gelungen, auch wenn manchmal der Untertitel vom gesprochenen Wort abweicht.


8.0/10
Sniper Elite 4 setzt die Scharfschützen-Serie logisch fort. Der vierte Teil macht nichts grundlegend neu, sondern bietet wieder stundenlange Scharfschützen-Action im gewohnten Gewand. Vor allem die großen Areale und verschiedene Möglichkeiten, einen Level zu spielen, werten den Titel im Vergleich zum dritten Teil aber auf.

Getestet wurde die Xbox One-Version.