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Test: Elex

Die Rollenspiele des deutschen Entwicklerstudios Piranha Bytes waren immer etwas Besonderes. Die Gothic-Reihe ist Kult und auch das Piraten-Feeling in der Risen-Serie war einmalig. Obwohl so gut wie alle Spiele der Entwickler nicht mit zeitgemäßer Grafik aufwarteten und nicht nur wenige Bugs enthielten, hatten sie ihr besonderes Flair. Nun ist das neueste Spiel der Entwickler im Handel. Elex ist natürlich wieder ein Rollenspiel und orientiert sich erneut stark an den Gothic- und Risen-Spiele des Studios. Erwartet uns hier also wieder typische Piranha Bytes-Kost?

Piranha Bytes wagt sich diesmal an ein ganz neues Setting heran. Nun geht es in die Zukunft, auf den entfernten Planeten Magalan. Auf diesem wurde durch einen Meteoriteneinschlag das komplette Leben ausgelöscht. Allerdings bildete sich hier auch die neue Materie Elex. Die wird in der postapokalyptischen Welt nun als Währung eingesetzt, verleiht aber auch besondere Kräfte. Leider macht Elex aber auch abhängig und so hat jede Fraktion im Spiel ihren eigenen Umgang mit dem Element. Die Geschichte die ihr schreibt, liegt nun in eurer Hand.

Wer schon Gothic oder Risen gespielt hat, wird sich auch in Elex schnell wieder zu Hause fühlen. Ihr durchstreift die Welt von Elex, sprecht mit anderen Charakteren und erfüllt deren Aufgaben. Dadurch erhaltet ihr Gegenstände und Erfahrungspunkte, die euren Charakter weiterentwickeln. Eben ein klassisches RPG. In Elex habt ihr aber große Freiheiten. Es gibt keine lineare Story. Ihr könnt euch frei bewegen und euch selbst aussuchen, welche Gegenden ihr durchstreifen wollt. Allerdings könnte euch hier der harte Schwierigkeitsgrad von Elex in die Quere kommen. Schon die letzten Spiele von Piranha Bytes hatten stets einen knackigen Schwierigkeitsgrad und auch diesmal werdet ihr euch anstrengen müssen, Monster und Feinde zu erledigen. Leicht gemacht wird es euch nie. Gerade wenn euer Charakter noch nicht gut ausgerüstet und aufgelevelt ist, seid ihr mit wenigen Angriffen bereits erledigt. Es dauert gut ein paar Stunden, die Mechanik des Spiels verinnerlicht zu haben und den Charakter auf ein Level gebracht zu haben, um durch die Welt zu streifen.

Der Umfang des Rollenspiels ist groß. Es gibt eine riesige Welt mit verschiedenen Vegetationen zu entdecken. Von heißen Wüsten bis zu eisig kalten Schneeumgebungen habt ihr auf eurer Reise viel zu begutachten. Überall trefft ihr auf Figuren mit denen ihr ausufernde Gespräche führen könnt. Wie in fast keinem anderen Rollenspiel haben in Elex eure Antworten Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte. Ihr solltet euch also gut überlegen, mit welchen Fraktionen ihr euch anfreunden und welchen ihr lieber aus dem Weg gehen wollt. Dadurch, dass Elex in der Zukunft spielt, findet ihr diesmal aber nicht nur mittelalterliche Gegenstände und Mechaniken vor. Schon zu Beginn erhaltet ihr ein Jetpack mit dem ihr schnell hohe Punkte im Spiel erreichen könnt. Auch zur Flucht vor Gegnern eignet sich das Fluggerät gut. Zudem gibt es neben Schwertern und Äxten nun auch Schusswaffen. Hier ist das Ziel- und Schussystem aber etwas gewöhnungsbedürftig. Mit Übung könnt ihr Gegner dann aber auch schnell mit den Schusswaffen ins Visier nehmen.

Grafisch setzt Elex auf der Konsole keine neuen Maßstäbe. Vielmehr wirkt es sogar etwas altbacken. Wer aber hier nicht mit den Erwartungen wie an ein neues Bethesda-Rollenspiel rangeht, kann durchaus einige nette Umgebungen kennenlernen. Auch die Animationen wirken etwas hölzern und manche Sounds wiederholen sich auffällig oft. Dafür sind gerade die deutschen Sprecher der Charaktere gut gelungen. Schon vergangene Piranha Bytes-Spiele haben nie mit besonders guter Technik überzeugt. Auch Elex ist hier keine Ausnahme, macht aber auch nichts groß falsch. Klar, der eine oder andere Bug wird euch beim Spielen auffallen, allerdings macht kein Fehler das Spielgeschehen kaputt.


6.5/10
Elex ist ein typisches Piranha Bytes-Spiel: Die Technik setzt keine Maßstäbe und ab und an fallen Bugs im Spielgeschehen auf. Dennoch kehrt man immer wieder in die postapokalyptische Welt zurück. Die unzähligen Charaktere, hunderte Quests und die große Spielwelt wissen eben doch wieder zu fesseln. Typisch Piranha Bytes eben.

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Getestet wurde die Xbox One-Version.

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