Gametests Testbereich

Test: Just Cause 4

Just Cause 2 hat im Jahr 2010 Maßstäbe gesetzt. Vor allem die riesige Spielwelt und die explosive Action hat vor fast einem Jahrzehnt viele Spieler fasziniert. Just Cause 3 konnte leider nicht mehr auf ganzer Linie überzeugen. Vor allem durch technische Probleme auf den Konsolen kam der Titel nicht mehr so gut an wie sein Vorgänger. Nun wagen die Entwickler von Avalanche Studios einen neuen Anlauf und veröffentlichen mit Just Cause 4 den nächsten Teil der Serie. Der soll endlich wieder alles richtig machen.

Just Cause 4 erzählt die Geschichte rund um Rico Rodriguez weiter. Diesmal verschlägt es den Helden der Serie in den südamerikanischen Staat Solis, der von extremen Wettergegebenheiten heimgesucht wird. Wieder einmal gilt es, die Insel von den Machenschaften eines bösen Diktators zu befreien. Dieser Diktator kann nämlich dank modernster Technik die Wetterphänomene steuern und befehligt zudem die Söldnertruppe „Schwarze Hand“, die die Inselbewohner unterdrückt.

Am Grundkonzept von Just Cause hat sich auch im vierten Teil nicht viel geändert. Es handelt sich um einen Third-Person-Shooter mit großer spielerischer Freiheit. Ihr seid auf der großen Karte von Just Cause 4 unterwegs und erledigt allerlei Aufträge. Hier gibt es Story-Missionen oder auch kleinere Nebenaufgaben. Langweilig wird es euch nicht, denn es gibt immer genug zu tun. Oft sind die Missionen abwechslungsreich und erzählen eigene kleine Geschichten. So lernt ihr beispielsweise eine Film-Regisseurin kennen und müsst ihr helfen, dass ihr Werk noch actiongeladener wird, indem ihr ein Boot mit Schubraketen ausstattet. Just-Cause-Fans bekommen bei den Missionen bewährte Kost. Alles ist ein wenig abgedreht und wer auf Action steht, wird gut unterhalten sein.

Ein Gadget, das schon aus den letzten Teilen bekannt ist, ist der Enterhaken von Rico. Mit diesem, dem Wingsuit und anderen Ausstattungen könnt ihr euch auf der Karte schnell bewegen, ohne auf eines der Fahrzeuge wie Autos oder Hubschrauber zurückgreifen zu müssen. Den Haken platziert ihr an jeder beliebigen Oberfläche und per Knopfdruck wird der Haken eingefahren und ihr könnt auf das Objekt zufliegen. Schnell den Fallschirm ausgelöst und ihr habe genug Geschwindigkeit, um kleine Abgründe zu überqueren oder ihr steigt auf den Wingsuit um und fliegt waghalsig einen Abhang hinunter. Gerade wenn ihr mehrere Gadgets kombiniert, macht das richtig viel Spaß und ihr gleitet nur so über Wälder und Gebirge.

Auf die vielen Fahrzeuge im Spiel müsst ihr wirklich nur selten zurückgreifen. Bei den Autos ist das nicht besonders schlimm, denn die steuern sich wie schon in Teil 3 eher gewöhnungsbedürftig und schwammig. Flugzeuge, Boote und Hubschrauber erweitern das umfangreiche Fortbewegungsarsenal des Titels. Neu ist, dass ihr euren Enterhaken nun mit verschiedenen Spezialfunktionen kombinieren könnt. So ist es möglich, dass ihr Heliumballons oder kleine Schubraketen an Gegenständen anbringt. Auch könnt ihr mehrere Gegenstände mit einem Haken verbinden. Hiermit lassen sich interessante Physik-Experimente durchführen, um herauszufinden, was die Spielengine alles auf Lager hat.

Just Cause 4 ist zudem nie ein wirklich schwieriges Spiel. Durch die vielen Gadgets seid ihr meist stärker als ganze Horden von Gegnern. Auch Waffen und Munition sind so gut wie nie zu knapp bemessen. Zudem steckt Rico sehr viel ein, es dauert also schon ein Weilchen, bis ihr den zeitlichen Pixeltod sterbt. Dennoch ist das nicht wirklich ein negativer Punkt, denn Just Cause ist stets eine Serie für spaßige Action und will nicht wirklich eine Herausforderung sein und das schafft auch dieser Teil gut.

Schon in Just Cause 3 gab es einige kleine technische Probleme und leider ist auch Just Cause 4 hier nicht vollkommen problemfrei. Popups und Kantenflimmern stehen an der Tagesordnung, selbst auf leistungsstarken Konsolen wie der Xbox One X. Die Entwickler haben hier schon Besserung versprochen und ein erstes Update im Dezember hat auch schon einige Details verbessert. Dennoch ist Just Cause 4 noch immer nicht auf einem einwandfreien Technik-Level.


FAZIT
Es ist ein wenig schade! Just Cause 4 macht so viel richtig. Die Fortbewegung mit Ricos Wingsuit und anderen Gadgets macht richtig viel Spaß und auch die Missionen wissen zu unterhalten. Wären da nur nicht die technischen Probleme. In unserer getesteten Konsolenfassung wird der Ausflug auf die tropische Insel mit allerlei Kantenflimmern und Popups begleitet. Hoffentlich bessern die Entwickler hier noch ein wenig nach, dann steht einem spaßigen actiongeladenen Inselausflug mit Rico nichts im Wege.

WERTUNG: 7/10 Punkte
Bei Amazon.de kaufen