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Test: Trials Rising

Fünf Jahre hat es bis zum Erscheinen eines neuen Serienteils gedauert. Der Vorgänger Trials Fusion erschien immerhin schon 2014 für PC, Xbox One und Playstation 4. Fans der Serie mussten also einige Zeit warten. Am Grundkonzept hat sich bis heute nichts geändert. Nach wie vor ist es Ziel des Spiels, einen Motorradfahrer möglichst schnell und ohne Fehler ins Ziel zu bekommen. Die Strecken sind dabei jeweils mit Hinternissen gespickt. Diese gilt es mit geschickter Gewichtsverlagerung zu überwinden. So müsst ihr bei größeren Sprüngen stets mit dem Stick am Controller das Motorrad ausgleichen, damit ihr möglichst gerade landet und nicht vom virtuellen Bike fallt oder einen Unfall baut.

Das erfordert eine Menge Fingerspitzengefühl, denn ihr könnt die Gewichtsverteilung am Stick penibel steuern. Oft ist es auch besser, Gas und Bremse behutsam einzusetzen bzw. klug zu kombinieren. Vollgas ist nicht immer der Schlüssel zum Erfolg, denn ihr müsst Rampen und andere Hinternisse möglichst rhythmisch abfahren, um schnell im Ziel zu sein. Das ist nämlich meist euer Ziel. In der Karriere von Trials Rising gibt es über 120 neue Strecken und hier zeigen die Entwickler jede Menge Kreativität. Dabei gibt es weniger futuristische Settings als noch im Vorgänger. Grundlage bildet eine Weltkarte, auf der ihr die Strecken freischalten und auswählen könnt. Die jeweiligen Orte sind dabei Grundlage für das Setting der Strecke. So geht es an der US-Westküste in einem Hollywood-Setting durch eine Filmstadt oder in der Nähe von Paris brettert ihr durch einen Freizeitpark, der verdächtig an Disney-Land erinnert.

Die 120 Strecken sind abwechslungsreich und voller Details. Das kennt man so von der Serie. Überall bewegt sich etwas und wer genauer hinsieht, wird viele witzige Effekte oder Animationen entdecken. Natürlich sind die Strecken trotz des fehlenden futuristischen Settings nicht weniger abgedreht, so seid ihr einmal auch an Bord eines Flugzeugs unterwegs und springt am Ende über die Fracht, die hinten aus dem Flugzeug herausfällt. Neben dem eigentlichen Zeitziel gibt es oft aber auch andere Herausforderungen auf der Strecke. Somit seid ihr oft mehrmals auch auf der gleichen Strecke unterwegs. Später müsst ihr zum Beispiel nicht nur eine Bestzeit schlagen sondern auch eine bestimmte Menge an Back- oder Frontflips vollziehen oder eine bestimmte Strecke nur auf dem Hinterrad fahren. Für erfolgreiche Rennen bekommt ihr Erfahrungspunkte für euren Rang und dieser schaltet wiederum neue Strecken und Events frei. Ein bewährtes System, das motiviert und euch lange unterhalten wird. Dazu gibt es noch abseits der Strecken eine Menge zu entdecken und kleine Minispiele

Wer große Neuerungen sucht, muss aber schon sehr genau hinschauen. Trials Rising setzt einfach nur das Erfolgsrezept fort. Die auffälligste Neuerung ist da wohl eine, die vielen Spielern nicht besonders gut gefallen wird. So sind Lootboxen sehr prominent im Spiel platziert. Schon im Vorgänger konnte man eine virtuelle Währung mit Echtgeld bezahlen. Trials Rising spendiert euch nun aber nach jedem Levelaufstieg eine Lootbox, die jeweils unzählige Kleidungsstücke, Sticker und Modifikationen für euer Motorrad ausspuckt. Diese Boxen können natürlich auch mit Echtgeld gekauft werden. Dennoch handelt es sich hier nur um kosmetische Dinge und wer seinen Fahrer unbedingt in spezielle Kostüme stecken möchte, muss halt sehr viel Trials Rising spielen oder kann mit Echtgeld nachhelfen. Sicher ist das in einem Vollpreisspiel (wobei der Titel auch nur 40 Euro kostet) nach wie vor etwas ungewöhnlich, das eigentliche Gameplay wird dadurch aber nicht berührt. Wirklich neu hingegen ist ein Tandem-Modus im lokalen Koop-Modus. Zwei Spieler müssen sich hier ergänzen, um schnell ins Ziel zu kommen. Eine nette kleine Spielerei aber auch kein „Gamechanger“.

Abseits der Einzelspieler-Kampagne gibt es auch noch den Online-Modus. Hier könnt ihr gegen echte Spieler auf der ganzen Welt fahren. Ihr messt euch aber ohnehin schon dauernd mit ihnen, da ihr bei fast jedem Rennen Geister anderer Spieler mit auf der Strecke habt, um euer Können einzuschätzen. Dazu gibt es auch plattformübergreifende Bestenlisten. Auch der Streckeneditor hat es wieder mit ins Spiel geschafft. Damit könnt ihr euch selbst Strecken bauen oder wer die Ausdauer nicht hat, einfach eine der unzähligen Strecken der Community herunterladen. Leider sind hier die Ladezeiten manchmal ein wenig lang. Das ist insgesamt zu bemängeln, da Trials Rising stets einen spürbaren Zeitraum benötigt, bis eine Strecke geladen hat. Auch gibt es einige kleinere Pop-Up-Fehler in den Levels, die aber nur bei sehr genauem Hinsehen auffallen. Insgesamt läuft das Spiel flüssig, wie es sich für ein solches Geschicklichkeitsspiel gehört.

FAZIT
Trials Rising setzt die Serie ohne große Überraschungen oder Neuerungen fort. Das Gameplay macht nach wie vor Spaß; die Strecken sind abwechslungsreich und stecken voller Details. Lootboxen, die für echtes Geld verkauft werden, haben in einem Vollpreisspiel zwar einen etwas faden Beigeschmack, insgesamt können Serienfans aber ohne Bedenken zugreifen.

Wertung: 8.5/10 Punkten
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